Rote Schlapfen und das authentische Ich: Was wirklich Erfolg bringt

Wirtschaft

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen“, sagte einst Thomas Alva Edison. Ein Zitat, das die aktuelle Ausgabe des KURIER Female Empowerment Events am Mittwoch im Belvedere 21 einleitet – und zugleich das Thema des Abends zusammenfasst: Sei du selbst. Bleib dran. Geh deinen Weg.

Zum ersten Teil dieses Mottos hat Keynote-Speaker Georg Wawschinek jedoch etwas einzuwenden. Denn wer ist man eigentlich? Und wie kann man einfach man selbst sein, wenn das Selbst doch so viele situationsabhängige Facetten hat? Für Aufsehen sorgte dabei nicht nur diese Frage, sondern auch die knallroten Schlapfen, die Wawschinek auf der Bühne trug, um genau diesen Punkt zu verdeutlichen: „Lustvoll sich selbst inszenieren und auf die Bühne des Lebens gehen, ohne unauthentisch zu werden.“

Dabei gehe es aber nicht darum, Wirkung dem Zufall zu überlassen. Der Buchautor und Podcaster betont: „Professionalität, Zielgerichtetheit, eine Wirkung zu erzeugen, nicht aus Zufall, sondern mit einem Plan – das halte ich für sehr klug.“ Genau das führe dazu, dass man sein Selbst bestmöglich zeigt. Denn: „Authentische Wirkung bedeutet, dass Sein und Schein als übereinstimmend wahrgenommen werden. Heißt: Ich habe das Gefühl, du machst mir nichts vor.“

Aber was heißt es konkret, sich selbst treu zu bleiben? Wawschinek spricht dabei den Elefanten im Raum an – den wortwörtlichen Stoffelefanten hinter ihm ebenso wie den metaphorischen: „Warum spricht ein Mann auf der Bühne über die Wirkung von Frauen?“

Eine Frage, die man aufwerfen kann und soll. Seit über 25 Jahren beschäftigt sich Wawschinek mit dem Thema Wirkung – und sieht gerade im Umgang mit Frauen ein Problem. „Ich halte es für unerträglich, wie an Frauen herumgeschraubt wird. Wie sie stehen sollen, wie sie sich bewegen und sprechen sollen.“

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Sein Appell ist deshalb klar: „Bleibt euch treu. Lasst euch nicht zu Männern zurechtzimmern. Geht auf die Bühne, wieder und wieder und wieder. Zeigt euch.“ Dass viele Frauen dabei noch zu oft an sich zweifeln, will Wawschinek nicht nur ansprechen, sondern gleich ändern – und holt eine Teilnehmerin aus dem Publikum, Sida Binjaminova, auf die Bühne. (Bild oben).

Sich mehr zutrauen

Dass man es auf Veranstaltungen nach wie vor meist mit Männern zu tun hat, beobachtet auch Daniela Uhlik-Kliemstein, Leiterin Retail Business Austria bei Raiffeisen Capital Management, Partner des Events. Genau das wolle man ändern, wie sie im Gespräch mit Moderatorin Sandra Baierl (KURIER) erklärt. Einerseits nach außen, um Frauen zu motivieren, sich stärker mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen, andererseits auch nach innen, weil in der Finanzwelt nach wie vor viele Männer tätig und Frauen wenig sichtbar sind.

Ein Problem sei dabei auch das ambivalente Verhältnis von Frauen zu Geld: „Frauen sind oft die Finanzministerinnen der Familie. Sie sparen, halten das Geld zusammen und haben es im Blick. Wenn es aber darum geht, für sich selbst vorzusorgen, vergessen sie schnell darauf.“

Frauen würden dazu neigen, sicherheitsorientierter zu sein. „Gerade wenn es um Langfristigkeit geht, muss man sich aber auch ein bisschen mehr trauen“, sagt Uhlik-Kliemstein.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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