Champions League in Como: Großer Fußball wo die Reichen baden gehen

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Am Donnerstagabend steht ein Stadion, das nach dem Ersten Weltkrieg erbaut und nach einem Ruderer benannt wurde, plötzlich im Zentrum des europäischen Fußballs: Das Stadio Giuseppe Sinigaglia. 13.602 Plätze, ein Yachtclub links, ein Wasserflugplatz rechts. Dazwischen Como 1907, Debütant in der Champions League, trifft auf RB Leipzig. Vor zwei Jahren spielte der Klub noch in der 2. Liga, vor acht Jahren hatte man Insolvenz angemeldet.

Und dann kamen im Jahr 2019 die Brüder Robert Budi Hartono und Michael Bambang Hartono, zwei Milliardäre aus Indonesien. Reich geworden sind sie einst in der Tabakindustrie. Ihr gemeinsames Vermögen wurde im Vorjahr auf über 40 Milliarden US-Dollar geschätzt. Diesen März ist der ältere der beiden, Michael Bambang, 86-jährig verstorben. Gemeinsam haben sie den Klub mit Geld geflutet. 100 Millionen Euro hat man allein im Sommer 2025 für neue Spieler ausgegeben. Absurd für einen Klub, der gerade erst in die höchste Liga aufgestiegen war.

Ausgeben durfte dieses Geld ein Mann, der größere Bühnen des Weltfußballs bespielt hat als das kleine Stadion in Como: Cesc Fabregas. Der Welt- und Europameister kam 2022 als Spieler, wurde Jugendtrainer und schließlich Chefcoach der Profis. Die Gazzetta dello Sport beschrieb den Spanier als eine Mischung aus Guardiola, Conte und Harry Potter.

Großklubs schauen zu

Fabregas bewies schnell ein gutes Gespür und führte den Aufsteiger auf Platz vier und damit in die Champions League. Er verwies AC Milan und Juventus auf die Plätze – beide Großklubs müssen sich in dieser Saison mit der Europa League begnügen.

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Nach RB Leipzig kommen noch Manchester United, AEK Athen und Titelverteidiger Paris Saint-Germain in dieser Saison nach Como. So schnell wie der Klub zuletzt sportlich gewachsen ist, ging das nicht in allen Bereichen. Das Stadion ist im Grunde immer noch das gleiche, wenngleich die UEFA einige Anpassungen verlangt hat, bevor die Champions von Europa hier einlaufen dürfen.

Die Kulisse übernimmt, was dem Betonbau fehlt. Und bis vor einigen Tagen war nicht sicher, ob die UEFA grünes Licht erteilt oder der Klub 200 Kilometer entfernt in Sassuolo spielen muss.

Hinter dem Tor musste eine Stahlrohrtribüne durch eine aus Beton ersetzt werden, das Spielfeld musste verbreitert, die Spielerbänke und der Tunnel dadurch verlegt werden. Für das Debüt in der Champions League reicht das vorerst. Doch geplant ist ein großer Umbau. Ein konkreter Entwurf für eine umfassende Modernisierung der Arena steht bereits, das Geld dafür ist sowieso da. Bis 2028 soll das Stadion fertig sein und 35.000 Fans Platz bieten.

Aktuell ist die Kapazität aufgrund der UEFA-Vorgaben von 13.602 auf knapp unter 11.000 gesunken. Deshalb hat sich der Klub etwas einfallen lassen. Präsident Suwarso und seine Vorstandskollegen haben verkündet, ihre Sitzplätze beim Spiel gegen Leipzig zu verschenken. Die Aktion gilt dabei aber nur für Fans, die 1950 oder früher geboren wurden und den Klub seit Jahrzehnten verfolgen. Glory Hunter müssen zahlen, um die Partie gegen Leipzig zu sehen.

Die Aussichten sind jedenfalls nicht schlecht. Como ist mit sieben Punkten aus drei Spielen gut in die neue Saison in der Serie A gestartet und hat unter anderem gleich Napoli besiegt. Am Transfermarkt hat man mit Italiens Teamstürmer Moise …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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