Fugenloser Boden: Warum jetzt viele auf diesen Trend setzen

Wirtschaft

Wer einmal versucht hat, Fliesenfugen sauber zu halten, versteht, warum sie verschwinden dürfen. Gegossene Bodenbeläge machen genau das. Sie streichen die Fuge einfach aus dem Konzept. Räume wirken ruhiger, großzügiger, wie aus einem Guss – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was dabei so selbstverständlich aussieht, ist in Wahrheit präzise Arbeit. „Im ersten Schritt ist die Begehung des Objekts entscheidend, da man hier einen realen Eindruck vom Untergrund erhält“, erklärt Andreas Fankhauser, Geschäftsführer von IBOD.

Denn genau dort entscheidet sich die Qualität. Unebenheiten, Spannungen oder falsche Aufbauhöhen zeigen sich später unweigerlich nachteilig. Erst wenn der Untergrund perfekt vorbereitet ist, folgen Grundierung, Materialauftrag und Versiegelung. Drei bis fünf Tage dauert dieser Prozess im Regelfall. 

„Da es keine Fugen gibt, erfordert die Ausführung besondere Sorgfalt, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erzielen“, so Fankhauser. Das Material bestimmt dann, wie sich der Boden anfühlt, wie alltagstauglich er ist und welche Optik den Raum prägt.

„Die Unterschiede liegen in der visuellen Wirkung, der Haptik und dem Einsatzbereich“, sagt Johannes Rettensteiner von SENSO in Salzburg. Kunstharzböden sind Epoxid- oder Polyurethan-Systeme – sie wirken ruhig, homogen und sind sehr vielseitig. Sie können bewusst reduziert bleiben oder durch Zuschläge wie Quarz, Marmor oder Perlmutt eine feine Tiefe entwickel“, so Rettensteiner. Während Epoxid eher hart ist, bringen PU-Systeme eine leichte Elastizität ins Spiel: „Ein Detail, das man spätestens dann schätzt, wenn man barfuß durch den Raum geht“. 

Gerade im Wohnbereich zeigt sich diese Vielseitigkeit vom durchgängigen Boden im offenen Wohn-Ess-Bereich, im Vorzimmer bis hin zu fugenlosen Übergängen ins Bad oder über Treppen hinweg.

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Auf Zement- oder Kalksteinbasis erzählen sie eine andere Geschichte. „Sie sind weniger glatt, zeigen bewusst wolkige Struktur, wirken natürlicher, fast handwerklich“, weiß Rettensteiner. „Gleichzeitig reagieren sie sensibler auf Feuchtigkeit oder Flecken und verlangen ein gewisses Maß an Gelassenheit im Alltag.“

Die Gummigranulat-Variante ist weich, elastisch, trittsicher und stoßdämpfend – „ideal für Bereiche, in denen Komfort wichtiger ist als perfekte Ästhetik“, also im Fitnessraum oder Kinderzimmer. Bei SENSO findet sich etwa „Bcrete“, eine Boden-Kollektion, bei der recycelte Fischernetze aus den Tiefen der Nordsee eine neue Bestimmung gefunden haben. Oder „Titan Timber“, eine moderne Version des Terrazzo mit  Zugabe von recycelten Holzelementen. 

Moderne Systeme sind kratzfester, UV-stabil und fleckenresistenter als noch vor wenigen Jahren. „Kratzer und Abnutzungen sind, wie bei jedem Bodenbelag, möglich“, erklärt Fankhauser. Die eigentliche Stärke der Gussböden zeigt sich über die Jahre. „Nach vielen Jahren können die Flächen wieder aufbereitet werden, was sie zu einer sehr langlebigen Lösung macht.“

Für alle, die ein Haus neu bauen: Die Entscheidung  sollte man früh treffen. Denn: Fugenlose Systeme haben eine Einbauhöhe von nur 5-8 mm und beeinflussen somit  die Höhe von Estrich. Vergleich: Fliesen oder Holzböden liegen bei 12–18 mm.

 Die wichtigsten Fakten

 Mit fünf bis acht mm deutlich dünner als bei Fliesen, Parkett. Frühzeitig einplanen.
Verarbeitung. Mehrschichtiger Aufbau aus Grundierung, Beschichtung und Versiegelung.
Dauer. In der Regel drei bis fünf Tage bis zur fertigen Oberfläche.
Kosten. 120 bis 180 Euro/m² im Wohnbereich, je nach Material.
Untergrund. Muss absolut eben, trocken und tragfähig sein, sonst drohen Risse.  
Sanierung. Kann nach Jahren auf bestehenden Belägen erfolgen. – Susanna Pikhart

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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