
Donald Trump als Heilsbringer, die Demokraten als radikale linke Bedrohung: Die Republikaner haben den US-Präsidenten auf ihrem Parteitag ins Zentrum ihres Wahlkampfs gerückt und eindringlich vor möglichen Erfolgen der Demokraten bei den Zwischenwahlen in knapp zwei Monaten gewarnt. Auch Trump lobte als Hauptakt der Veranstaltung in Dallas im US-Bundesstaat Texas seine eigene Politik – inklusive seines in den USA unpopulären Iran-Kriegs.
Mit dem zweitägigen, vor Midterms ungewöhnlichen Parteitag versuchen die Republikaner, den Fokus auf ihre Erfolge zu lenken. Zudem wollen sie innenpolitische Akzente setzen, während der Zollstreit mit Kanada und der Krieg im Iran vielen US-Amerikanern sauer aufstößt.
Enger thematischer Zuschnitt
Im Zollstreit mit Kanada haben die USA Einfuhrverbote für bestimmte Produkte aus dem Nachbarland angekündigt. Gegen den Iran hatten die USA und Israel Ende Februar einen Krieg eröffnet. Die dutzenden Rednerinnen und Redner am ersten Tag des Events hielten sich an einen engen thematischen Zuschnitt: Kampf gegen Betrug, steigende Preise, Migration.
Auch im Publikum im American Airlines Center in Dallas waren die Themen omnipräsent, wie ORF-Korrespondent Markus Müller in einem Beitrag für das Ö1-Morgenjournal festhält.Chris, ein Delegierter aus Texas, warnte demnach vor den Folgen von Zuwanderung – und nannte Österreich als Negativbeispiel: „Als ich das letzte Mal in Salzburg war, habe ich es nicht wiedererkannt. Es sah nicht mehr aus wie Österreich.“
Die verrückte Linke wolle alles zerstören, was Amerika so großartig mache, sagt Chris. Nicht nur zu viel Zuwanderung, auch zu hohe Steuern seien das Problem. Das müsse man stoppen – das könne nur Trump.
Trump verteidigt Iran-Krieg
Einzig Trump sprach in seiner fast zweistündigen Rede auch länglich über den Krieg im Iran, den er verteidigte. „Gibt es hier irgendjemanden, der der Meinung ist, der Iran sollte über Atomwaffen verfügen?“, fragte er in die Menge. Die vielfach in rot-weiß-blau gekleideten Zuschauerinnen und Zuschauer erwiderten mit einem dröhnenden „Nein“. Trump erneuerte zudem seine Provokation, die Straße von Hormus in Trump-Straße umzubenennen. „Ich bin mir sicher, die iranische Führung wird begeistert sein.“
Was Trumps Rede und die Beiträge vieler Vorredner einte, waren scharfe Attacken gegen Demokraten, die als radikale linke Gefahr für das Land dargestellt wurden. „Das Einzige, worüber sie sich einig sind, ist ihr widerlicher Hass auf Amerika und unseren großartigen Präsidenten“, sagte der einflussreiche republikanische Abgeordnete Tom Emmer. Sein Parteikollege Steve Scalise warnte vor einer Partei, die komplett von „verrückten Kommunisten“ übernommen worden sei. Der republikanische Wahlkampf als Überlebenskampf für die USA: So stellten es die Republikaner in Dallas dar.
Source:: Kurier.at – Politik



