Babler kritisiert vor ORF-Zukunftsforum ÖVP-Vorstoß: „Nicht mein Stil“

Kultur

Im Kultur- und Medienministerium beginnt heute ein zweitägiges „Zukunftsforum“, bei dem Grundlagen für eine größere ORF-Reform erarbeitet werden sollen. In mehreren Keynotes, Panels und Arbeitsgruppen sollen wesentliche Themenfelder für einen öffentlichen-rechtlichen Rundfunk der Zukunft besprochen werden. Dabei geht es etwa um den Umgang mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, künftige Strukturen und Finanzierungsmodelle und um Kooperationen.

In einem Doorstep vor Beginn des Mediengipfels wurde Babler auf das Positionspapier seines Koalitionspartners ÖVP angesprochen, das kurz vor dem Zukunftsforum für Aufsehen sorgte, weil darin auch ein mögliches Ende für die Haushaltsabgabe ventiliert wird.

„Zwei Tage vor Konferenz profiliert“

Der Medienminister dazu: „Ist nicht mein Stil, wie Sie sehen. Ich habe breit eingeladen, auch die Vertreter der Mediensprecher der Parlamentsparteien. Sie haben auch die Möglichkeit, sich hier einzubringen und
Ihre Meinung darzustellen.“ Jemand – Babler meint damit den neuen ÖVP-Generalsekretär Markus  Gstöttner – habe versucht, „sich zwei Tage vor einer Konferenz zu profilieren. „Sie können gerne dort die Frage stellen, warum dieser Stil gewählt worden ist. Aber ich sage ganz ehrlich, da steh ich drüber. Da ist mir das Thema zu wichtig, dass man sich da billig Parteipositionen ausrichtet in der Öffentlichkeit.“ 

Es sei seine Verantwortung als Medienminister, „gemeinsam mit dem österreichischen Medienstandort eine Auseinandersetzung zu führen, gegen die Plattformen und für eine Unabhängigkeit und Vielfalt von Medien.“

Angebote, die sich für private Medien nicht rechnen

Es brauche nun „eine gute Diskussion“, aus der die richtigen Schlüsse gezogen werden, so Babler. Der Medienminister betonte, dass dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine besondere Verantwortung für die Qualität der Demokratie im Land zukomme. Er müsse Vielfalt abbilden und Angebote schaffen, die sich für rein kommerzielle Medien nicht rechnen. Zudem wolle er mehr Zusammenarbeit am Medienmarkt schaffen, um den Standort gegen Digitalriesen zu stärken. Dafür orte er „ein großes Verständnis“ in der Branche, meinte Babler.

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Kein Interesse habe er daran, dass die Politik in den ORF „hineininterveniert“. Die jetzigen ORF-Gremien in Form des ORF-Stiftungsrats und -Publikumsrats, die zu großen Teilen von politischen Parteien beschickt werden, seien „verbesserungswürdig“.

Eine konkrete Aussage, wann ein Ergebnis vorliegen soll, ließ sich der Medienminister nicht entlocken. Nach dem Forum solle mit einem geordneten Prozess in Regierungsverhandlungen gestartet werden.

„Offen. Relevant. Für alle.“ – so lautet das Motto des Zukunftsforums, das Medienminister Babler heute um 10 Uhr mit einer Rede zu „Zielen und Erwartungen“ im Ministerium eröffnet. Es folgt ORF-Generalin Ingrid Thurnher mit einer Rede zum Thema „Weichen stellen“. Nach einer Keynote der Medienwissenschafterin Annika Sehl (KU Eichstätt-Ingolstadt) über die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender im digitalen Umfeld dürfen die Mediensprecher der Parlamentsparteien noch ihre Erwartungen formulieren, und es werden u. a. die Ergebnisse aus der Online-Konsultation präsentiert. 

Am Nachmittag tagen fünf Arbeitsgruppen zu diesen Themen: „Öffentlich-rechtlicher Auftrag und Programm“, „Jugend und Medienkompetenz“, „Digitalisierung, Plattformen und KI“, „Strukturen, Governance und Repräsentanz des Publikums“ sowie „Kooperationen und Medienstandort Österreich“. Ingrid Thurnher wird (anders als gestern berichtet) bei „Governance“ dabei sein und Clemens Pig bei „Kooperationen“. Danach werden „Perspektiven aus Unterhaltung, Kunst, Kultur und Sport“. diskutiert – mit Sängerin Anna Buchegger, Kabarettistin Marina Lacković (Malarina), Top-Kletterer Jakob Schubert, ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick und Schriftstellerin Anna Weidenholzer.

Am Freitag werden Ergebnisse der Gruppen …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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