Krieg bei den Sternen: Der Kampf ums All nimmt Fahrt auf

Politik

2019 rief Donald Trump die United States Space Force ins Leben. Versehen mit einem Logo, das genauso gut aus einem Star-Trek stammen könnte, sorgte die jüngste US-Teilstreitkraft seitdem eher unfreiwillig für Schlagzeilen.

Zuletzt etwa mit der neuen Gala-Uniform. Die, so Donald Trump, ausgerechnet von Starship Troopers inspiriert sein sollte. Also nicht von der hehren Weltraum-Reihe Star Trek, sondern von dessen kleinen dreckigen Genre-Bruder, der sich vor allem als Satire auf eine faschistische Gesellschaft verstand. Dass die Mitglieder der „Space Force“ nicht einfach nur Soldaten sind, sondern „Guardians“, also Wächter, genannt werden sollen, sorgt schon länger für Kopfschütteln.

Der Hintergrund von Trumps „Space Force“ freilich ist ein ziemlich ernster. Das neue „Space Race“ findet nicht nur zwischen Milliardären statt, es entscheidet sich nicht allein an der Frage, wer zuerst (wieder) den Mond besteigt.

Längst geht es auch um die Kontrolle des Weltalls.

Und hier bestätigte die Space Force am Montag erstmals einen Meilenstein. „Die USA verfügen über ‚Space Control‘-Waffen im Orbit“. Man habe entsprechende Systeme in Umlauf gebracht, um die „Joint Force“ gegen feindliche Aktionen im Weltraum zu verteidigen, hieß es nur knapp. Zuvor hatte US-Luftwaffenminister Troy Meink die Stationierung in einer Rede bei einer Militärkonferenz öffentlich gemacht.

Welche Waffen das genau seien, wollte er nicht sagen. Die Bekanntgabe sei für die Abschreckung wichtig, meinte er. Einzelheiten offenzulegen, würde dieser hingegen nicht nützen. Aber schon die Bestätigung dessen, was in sicherheitspolitischen Kreisen lange Zeit nur zwischen den Zeilen zu erahnen war, ist ein Novum.

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„Essenzieller Teil von Konflikten“

„Der Weltraum ist in diesem Sinne kein Vakuum, das sich von Konflikten fernhält. Er ist essenzieller Teil von diesen Konflikten geworden“, sagt Juliana Süß, Wissenschaftlerin an der Stiftung Wissenschaft und Politik – einem der größten deutschen Thinktanks für Außen-, Sicherheits- und internationale Politik – zum KURIER. Insofern sei es auch nicht überraschend, dass man diese Abschreckungsszenarien jetzt auf den Weltraum ausdehne. Und was für die atomare Abschreckung gilt, das gilt offenbar auch für jene im Orbit.

Aufklärung, Navigation, aber vor allem auch Kommunikation: Das läuft alles über Satelliten, sie sind damit also auch Infrastruktur eines modernen Wirtschaftssystems. Wie viele es von ihnen gibt, das ist schwer zu sagen. 2024 waren 11.539 aktive Satelliten registriert. Inzwischen sollen es über 15.000 sein, sagt Süß. Mit jedem Raketenstart kommen neue dazu. Allein das Starlink-System von Elon Musk soll aktuell über rund 8.000 Satelliten verfügen. 120.000 sollen es in der Endausbaustufe sein.

Schmaler Grat zwischen ziviler und militärischer Nutzung

Und Starlink zeigt auch, wie eng zivile Nutzung und militärischer Nutzen zusammenhängen können. Als der US-Milliardär den Einsatz auf russischer Seite vergangenes Jahr unterband, hatten die Russen mit massiven Problemen an der Front zu kämpfen und mussten weitgehende Geländeverluste gegen die Ukraine hinnehmen – die konnte weiterhin auf Musks Satellitenunterstützung zur Navigation ihrer Drohnen zählen.

Ob es sich bei den nunmehr bestätigten US-Waffen um kinetische Waffen – also solche mit Sprengkraft – oder um nicht-kinetische Mittel handelt, etwa elektronische Störsysteme, ist bis dato nicht klar. Es macht aber in der Wirkung einen großen Unterschied: Als China 2007 zu Testzwecken einen eigenen Satelliten abschoss, wurden 3.000 Trümmerteile in die …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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