Hat der Kreml die Hochzeit von Donald Trump Jr. bezahlt?

Politik

Auf dem Hochzeitsfoto steht der glatzköpfige Mann in der letzten Reihe, man sieht nur seine Augen. „Nur enge Freunde“ habe er auf die private Bahamas-Insel eingeladen, als er seine Bettina im Mai heiratete, erzählte Donald Trump Jr. später über die gut 50 Personen auf dem Bild – Umar Kremljow, der Mann im Hintergrund, ist offenbar einer davon.

Seine Rolle bei der Luxus-Hochzeit bringt den ältesten Trump-Spross nun in Bedrängnis. Kremljow ist nicht nur Chef des Internationalen Boxverbandes, Herrscher über die meisten Wettfirmen Russlands, sondern auch ein Vertrauter Wladimir Putins – und er hat für die Drei-Tages-Party bezahlt. Das hat die investigative NGO ProPublica herausgefunden, Trump Jr. hat es inzwischen bestätigt.

Seit einer Dekade wird in den Staaten gemutmaßt, US-Präsident Donald Trump sei auf eine dubiose Art und Weise mit dem Kreml verbunden; 2016 stand sogar der Vorwurf russischer Wahlhilfe im Raum. Nun stellt sich die Frage: Geht die Beziehung so weit, dass sich Trumps Sohn seine Hochzeit vom Kreml finanzieren lässt? Donald Jr. ist selbst gut 300 Millionen Dollar schwer, ist Vizepräsident der Trump Corporation, nötig hätte er diese Art der finanziellen Beihilfe damit eigentlich nicht. Beobachter vermuten darum eine Art Gegenleistung, die daran geknüpft ist – oder zumindest die Erwartung dessen.

Im Zwielicht

Dabei hätte dem Trump-Spross durchaus auffallen können, mit wem er es zu tun hat. Kremljow und Trump Jr. kennen einander zwar noch nicht lange, ließ sein Sprecher wissen, man habe sich über einen gemeinsamen Jagd-Bekannten kennengelernt. Doch Kremljow macht in seinen vielen Auftritten – er hat knapp fünf Millionen Follower allein auf Instagram – kein Hehl daraus, wer ihm nahesteht: Er habe „alle möglichen Möglichkeiten, Geld zu verdienen und nach mehr zu streben nur dank einer Person“, meinte er etwa einmal in einem Interview, und das sei selbstverständlich „unser Präsident Wladimir Putin.“

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Der, so haben es Investigativmedien recherchiert, dürfte dem Millionär bei seinem Aufstieg tatkräftig geholfen haben. Kremljow war einst Kleinkrimineller, stand vor 20 Jahren wegen Erpressung und Überfällen vor Gericht, wurde danach als Box-Promoter erfolgreich. Dafür legte er auch seinen Namen ab und benannte sich von Lutfulojew in Kremljow – eine Anspielung an das Machtzentrum Russlands.

Putins Bekanntschaft machte er dann über die Nachtwölfe, den ultranationalistischen Bikerklub im Orbit des Kremlchefs – Putins oberster Leibgardist ist dort genauso Mitglied wie Kremljow, der Oligarch ist angeblich sogar mit dessen Schwester verheiratet. Kurz danach machte Putin ihn zum Chef der russischen Boxvereinigung, 2020 wurde er Boss der International Boxing Association. Dort legte er sich dann mit „dem Westen“ an und sagte mitunter auch mal, gewisse Offizielle „gehören erschossen“.

Vom IOC ist der Verband seither isoliert. Kremljow hat aber auch in seiner Heimat genug zu tun, ihm werden die drei größten Wettanbieter Russlands zugerechnet. Dazu hat der Kreml ihm wohl Assets des Kremlkritikers und Millionärs Sergej Petrow abgetreten; der war von Moskau enteignet worden und lebt im Exil.

Trump Jr. sind all diese Verbindungen aber egal. „Freundschaft braucht kein politisches Motiv“, ließ er ausrichten. „Und Großzügigkeit muss keine Agenda haben. Manchmal ist ein Hochzeitsgeschenk nur ein Hochzeitsgeschenk.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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