Trumps Iran-Abenteuer: Diesen Krieg bezahlen die USA doppelt

Politik

Wie viel sein Krieg die USA kosten wird, darüber hat Donald Trump nie gesprochen. Als er im Februar über dem Iran die ersten Bomben abwerfen ließ, versprach er lediglich, er werde das Regime in Teheran „in die Knie zwingen“ – binnen Wochen.

Nun, sieben Monate später, macht sich sogar Irans Außenminister Abbas Araghtschi über Trumps „übermächtige Streitkraft“ lustig. „In Stücke geschossen“ habe der Iran die US-Militäreinrichtungen in der Region, schrieb er höhnisch auf X. Trumps Behauptung, Teheran sei „wehrlos“, sei schlicht falsch.

Pro Monat drei Milliarden

Tatsächlich hat sich der Iran in den letzten Monaten als außerordentlich resilient erwiesen. Erst kürzlich gelang es der militärischen Führung, bei Angriffen verschüttete Arsenale auszugraben, zudem verlagerten die Revolutionsgarden ihre Waffenproduktion erfolgreich in den Untergrund. Trump kann hingegen kaum Erfolge vorweisen, innerhalb der USA ist sein Krieg noch unbeliebter als er selbst – nur ein Drittel der US-Amerikaner stehen hinter dem Präsidenten, 31 Prozent hinter seiner Fehde mit dem Iran.

Dieser Wert wird durch den jüngsten Bericht des Congressional Budget Office (CBO) wohl noch sinken. Die unparteiische Aufsichtsbehörde des US-Kongresses, unbeliebt bei Demokraten wie Republikanern, legte eine Analyse zu den Kosten des Krieges vor – allein 38 Milliarden Dollar verschlangen Waffen und Munition bis Anfang August, die wirtschaftlichen Kosten und der Wiederaufbau zerstörter US-Basen noch nicht eingerechnet. Pro Folgemonat kämen dann noch mindestens zwei bis drei Milliarden hinzu, vielleicht sogar mehr, schätzt die Behörde – das Pentagon verweigerte den Prüfern nämlich neue Zahlen.

Das mag im Vergleich zu anderen US-Kriegen fast lächerlich wirken, die Einsätze im Irak und Syrien kosteten das US-Budget 1,6 Billionen Dollar, der 20 Jahre dauernde Einsatz in Afghanistan sogar unglaubliche 14 Billionen. In anderem Kontext wird die Dimension von Trumps Iran-Abenteuer aber deutlich: Die Summe entspricht recht genau dem, was die USA im ganzen Jahr 2026 für FBI, Bundesstaatsanwaltschaften, Bundesgefängnisse, Drogenbekämpfung und andere Justiz-Aufgaben ausgeben.

  Eibinger-Miedl will Kooperation mit Vietnam stärken

Leere Arsenale

Die sich leerende Staatskasse ist aber nicht das einzige Problem der US-Regierung. Gewarnt wird in dem Bericht auch vor den leeren Arsenalen: Zwei Drittel der US-Abfangraketen seien bereits durch den Iran-Krieg aufgebraucht, und um die Lager bei Patriots und THAAD auf Vorkriegsniveau zu bringen, brauche es wegen der viel zu geringen Produktionskapazitäten „mindestens fünf Jahre“, so die Behörde.

Diese Sorge äußerten in den letzten Wochen schon andere Militärexperten, allein: Trump und sein Kriegsminister Pete Hegseth dementierten das stets entschlossen. Auch jetzt bemühte sich das Pentagon, einen Mangel kleinzureden: „Berichte über fehlende Munition sind völlig falsch“, hieß es. Das US-Militär bleibt die stärkste Streitmacht der Welt.

Politisch ist diese Abwehr nachvollziehbar, schließlich stärken Berichte über eigene Schwächen nur potenzielle Feinde. Vor allem in Peking wird man darum genau hinschauen, was über die Fähigkeitslücken der USA berichtet wird, denn Chinas Erzfeind Taiwan ist militärisch komplett abhängig von Washington; auch Südkorea und Japan sind bei konventionellen Waffen fast zur Gänze auf US-Firmen angewiesen. Müssen die Rüstungsunternehmen – wie derzeit offensiv von Hegseth gefordert – Aufträge für das US-Militär vorziehen, sinkt die eigene Abschreckungsfähigkeit massiv.

Dazu kommt aber, dass die USA durch den Krieg mit dem Mullahs selbst massiv an Einschüchterungsfähigkeit eingebüßt haben. Vor allem in Taiwan …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 2 times, 2 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.