Die Merz-Nachfolger, die (noch) nicht nachfolgen wollen

Politik

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (59), im Freistaat seit Jahren fest im Sattel, hatte schon zwei Mal Lust auf das Kanzleramt in Berlin. Einmal unterlag er Armin Laschet, ein zweites Mal Friedrich Merz. Ob er ein drittes Mal Interesse verspürt?

Da lässt sich der CSU-Chef aktuell nicht in die Karten blicken. Auffällig ist, wie etwa die Süddeutsche süffisant berichtete: Seit Monaten habe man Söder nicht mehr in einen Döner beißen sehen. Er hat seinen Bart abrasiert, er trägt wieder Anzug und Krawatte statt Strickweste. Frei übersetzt: Söder macht jetzt auf Staatsmann.

Was gegen ihn spricht: Noch nie war ein CSUler Kanzler der Union in Berlin. Die CSU hat bei den Kommunalwahlen im März mit 32,5 Prozent ihr schwächstes Ergebnis seit 70 Jahren eingefahren, auch in Bayern wird die AfD immer stärker. Und: Söders Rivalität mit Hendrik Wüst.

Wüst gehört zum sozialliberalen Flügel der CDU. Ohne die Zustimmung des acht Jahre jüngeren Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen könnte Söder nicht Kanzler werden. Für Wüst spricht sein frisches Auftreten und seine Beliebtheit. Er regiert gemeinsam mit den Grünen und hat immer wieder Ambitionen auf das Kanzleramt gezeigt. Nur nicht jetzt.

Denn im kommenden April hat auch er Landtagswahlen zu schlagen. Noch dazu fehlt ihm Polit-Erfahrung auf Bundesebene, er gilt als unbeschlagen in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. Das versucht Wüst gerade etwas wettzumachen. Im Mai besuchte er das frühere deutsche Vernichtungslager Auschwitz in Polen. Damals hieß es schon, ein „Reservekanzler“ bereitet sich auf seine Einwechslung vor. Ende September will er in die Türkei reisen. Der „stille Taktiker“ Wüst wartet ab. Er kann sich sicher sein, dass die Union zur nächsten Bundestagswahl nicht mehr mit Merz antritt.

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Und in der SPD …

Ähnliches gilt für die SPD. Manuela Schwesig (52), Kandidatin für den Parteivorsitz, holte am Sonntag für die Sozialdemokraten 35,5 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern – fast dreimal so viel Zustimmung, wie sie die SPD gerade bundesweit in Umfragen erhält. Doch sie wird kaum den Erfolg daheim zurücklassen, um den unbeliebten Kurs in Berlin zurechtzubiegen.

Schwesig war schon einmal in die Bundespolitik vorgerückt, 2019 war sie drei Monate lang kommissarische Bundesvorsitzende, zog sich dann wegen einer Brustkrebserkrankung zurück. Ministerpräsidentin blieb sie durchgehend. Möglich, dass sie sich bei der nächsten Wahl als Spitzenkandidatin aufdrängt – dann aber mit einem eigenen Programm.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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