Thelma Buabeng: „Dann kommt wieder ein Schlag ins Gesicht“

Kultur

Gerade erst ist Gloria Acheampong aus dem Heimaturlaub in Ghana zurückgekommen, da klingelt – noch am Flughafen – ihr Handy. Ein verdeckter Ermittler wurde tot aufgefunden, Acheampong soll sich das als Fallanalytikerin genauer ansehen. Dass sie den Toten nicht bloß beruflich kannte, sondern ein Verhältnis mit ihm hatte, behält sie vor den Kollegen aber erst mal für sich.

„Die Polizistin und die Todesstille“ (Montag, 21.9., 20.15 Uhr, ZDF) ist der zweite Einsatz für Schauspielerin Thelma Buabeng als Ermittlerin Gloria Acheampong. „Ich habe früher gedacht, wenn man es geschafft hat, dann ist man die ,Tatort‘-Kommissarin“, sagt Buabeng im Telefongespräch mit dem KURIER. „Deswegen bin ich jetzt umso stolzer, sagen zu können, dass ich sogar meinen eigenen ,Tatort‘ bekommen habe“, schmunzelt die 45-Jährige.

Erdacht hat das Format der deutsche Regisseur Lars Becker („Nachtschicht“, „Der gute Bulle“). „Ihm ist es immer schon am Herzen gelegen, migrantisch-deutsche Geschichten zu erzählen“, so Buabeng. „Vor drei oder vier Jahren haben wir uns zum Kaffee getroffen und er meinte: ,Ich habe so eine Idee: Du als Polizistin – ich pitche das mal dem ZDF‘. Ehrlich gesagt war ich damals komplett hoffnungslos. Ich dachte: Ja gut, mach mal. Mal schauen, was dabei rauskommt.“

Die Skepsis hatte ihren Grund: Zu Beginn ihrer Karriere bekam Buabeng als schwarze Frau oft klischeebehaftete Rollenangebote – was sie auch zu ihrem Comedy-Programm „Tell Me Nothing From The Horse“ (zu sehen auf Youtube) inspirierte: Darin schlüpfte sie in unterschiedliche Rollen, um ihre schauspielerische Bandbreite zu zeigen. Jetzt hat sie ihre eigene Krimi-Reihe.

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War der erste Fall „Die Polizistin und die Sprache des Todes“ (2024) noch im deutsch-dänischen Grenzgebiet angesiedelt, geht es für die Protagonistin nun nach Frankfurt. Die wechselnden Schauplätze seien eine Besonderheit in der deutschen Krimi-Landschaft. „Viele freuen sich auf eine bestimmte Stadt, auf einen ,Tatort‘ aus Köln oder Hamburg. Bei uns wissen die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht, wo die Ermittlerin als nächstes landet. Das finde ich spannend, weil sie sich immer wieder neu erfinden und auf andere Kollegen einlassen muss.“

„Es war traurig zu sehen, dass sich junge Mädels vor unserer Nase eine Spritze setzen“

In der Metropole am Main bekommt es die Polizistin nun mit verdeckten Drogenfahndern, einem toten DJ und einem zwielichtigen Clubbesitzer zu tun. Gedreht wurde u. a. im berüchtigten Frankfurter Bahnhofsviertel. „Es war traurig zu sehen, dass sich morgens um sieben Uhr junge Mädels vor unserer Nase eine Spritze setzen. Wenn man dann, so wie wir, länger dort ist und nicht nur einmal durchläuft, merkt man die Kontraste noch viel stärker: Auf der einen Seite sieht man das Elend und ein paar hundert Meter weiter stehen diese riesigen Bankgebäude. Da prallen Welten aufeinander.“

Dennoch habe es auch unterhaltsame Situationen beim Dreh gegeben: „Morgens herrscht um den Bahnhof natürlich viel Betrieb. Wir mussten auch oft lachen, weil Leute durchs Bild gelaufen sind und Teil des Films sein wollten“, erinnert sich Buabeng.

Nun hoffe sie auf eine gute Quote für den Krimi – und dass es mit der Reihe weitergeht. Aus der schwarzen Community habe sie nach dem ersten Teil bereits viel positives Feedback bekommen: „Da waren Freude, …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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