
Acht Kulturschaffende und ein Kollektiv können sich heuer über den Österreichischen Kunstpreis freuen, wie das Kulturministerium am Montag mitteilte. Die mit je 20.000 Euro dotierten Ehrungen gehen 2026 an Milica Tomić (Bildende Kunst), die neue Theater der Jugend-Leiterin Asli Kişlal (Darstellende Kunst), die Filmemacherin Kurdwin Ayub und den Autor Michael Stavarič im Bereich Kinder- und Jugendliteratur.
In der Sparte Kulturinitiativen wird der Verein SOHO in Ottakring ausgezeichnet, Adelheid Harsieber wird im Bereich der Künstlerischen Fotografie gewürdigt. Weitere Preise gehen an Eva Schmidt (Literatur), Elisabeth Bakambamba Tambwe (Medienkunst) und Michael Jarrell (Musik). Mit dem Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur wird feld72 architekten zt gmbh prämiert. Die Preisverleihung findet am 26. November in Wien statt.
Neue Perspektiven von Milica Tomić
„Ihre Arbeiten, die Fotografie, Video, Installation und Performance mit gesellschafts- und bildungspolitischem Engagement verbinden, gewinnen gerade angesichts gegenwärtiger Kriegs- und Konflikterfahrungen besondere Relevanz und eröffnen neue Perspektiven im kulturellen und gesellschaftlichen Diskurs“, heißt es in der Jurybegründung zu Milica Tomić.
Kişlal wird als eine der „prägendsten Persönlichkeiten der österreichischen Theaterlandschaft“ gewürdigt. Mit dem von ihr gegründeten Performance- und Theaterlabor diverCITYLAB habe sie „wichtige Impulse für eine vielfältige, zugängliche und zeitgemäße Theaterpraxis gesetzt und neue Generationen von Künstlerinnen und Künstlern in einem postmigrantischen Österreich nachhaltig gefördert“.Gedanken.“
Die Filmemacherin Kurdwin Ayub (u.a. „Mond“, „Sonne“) interessiere sich „weniger für eindeutige Antworten als für jene Brüche und Widersprüche, die vermeintliche Gewissheiten ins Wanken bringen“, so die Jury. „Mit lyrischen Sprachverdrehungen, eigenwilligen Idiomen und großer Lust am sprachlichen Spiel“ setze Stavarič „sein kurioses Figureninventar mit surrealem Witz in Szene“. Kinderliteratur verstehe er dabei „keineswegs als vereinfachte Form von Literatur, sondern als eigenständige Kunstform, in der Sprache, Bilder und unterschiedliche Erzählweisen kreativ und präzise zusammenspielen“.nd neue
Neue Impulse durch SOHO Ottakring
Die Kulturinitiative SOHO Ottakring habe über 14 Jahre hinweg gezeigt, „wie Kunst und Kultur neue Impulse in ein Stadtviertel bringen und dessen Entwicklung mitgestalten können“. Gender und Begehren, Alter, Schmerz und Tod sind für die Jury Leitmotive, die Harsieber „poetisch aber auch mit großer Klarheit ins Bild setzt“.
Mit Eva Schmidt zeichnet man eine Autorin aus, „die das Besondere im scheinbar Alltäglichen sichtbar“ macht. Elisabeth Bakambamba Tambwe verbinde in ihrer künstlerischen Arbeit Performance, Film und Sound mit installativen, skulpturalen und diskursiven Ansätzen und „eröffnet damit neue Perspektiven auf Identität, Zugehörigkeit und das Verhältnis zum anderen“, so die Jurybegründung.
Michael Jarrells Musik zeichne sich schließlich „durch außergewöhnliche handwerkliche Präzision, Virtuosität im Umgang mit Klang und Textur, ein feines Gespür für musikalische Dramaturgie sowie einen unverwechselbaren Umgang mit musikalischer Zeit aus“.
feld72 gehen über klassische Grenzen
Mit dem Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur wird das Kollektiv feld72 ausgezeichnet, das stets über klassischen Grenzen hinausgedacht habe und Entwerfen mit Forschung, Lehre, Kunst und Publikation verbindet. „feld72 schaffen Räume, in denen das Physische und das Sinnliche eine organisatorische Tiefe entfalten und auf diese Weise unvermutete gesellschaftliche und ökologische Mehrwerte sowie inspirierende Figuren des Zusammenlebens in die Welt bringen.“
„Kunst lässt uns anders sehen, hören und denken“, wird Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) in der Aussendung zitiert. „Sie kann vertraute Sichtweisen ins Wanken bringen, Erinnerungen wachrufen und Vorstellungen davon entwickeln, was noch möglich sein könnte. Gerade darin liegt ihre …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



