Der Papst in Metz: Ein geeintes Europa gegen die Barbarei

Politik

Unter dem begeisterten Jubel der Menschen hatte Papst Leo XIV. drei Tage in Frankreich mehrere große öffentliche Gebete und eine Reihe Begegnungen in kleinerem Rahmen absolviert. Den vierten und letzten Tag seines Staatsbesuchs am Montag widmete er schließlich dem Thema Europa.

Die EU rief er unter anderem zur „kreativen Wiederentdeckung ihrer eigenen Wurzeln“ auf. Trotz optimistischer Töne übte das Oberhaupt der katholischen Kirche scharfe Kritik an aktuellen Vorgängen, die ihm missfallen.

Ein flammendes Plädoyer

Der Ort für seine Rede war bewusst gewählt: Metz in Lothringen, jene Grenzregion zwischen Frankreich und Deutschland, um die sich beide Länder im Laufe der Geschichte erbittert gestritten haben. In der Geburtsstadt des einstigen französischen Außenministers Robert Schuman, einer der Gründerväter der Europäischen Union, hielt der amerikanische Papst in französischer Sprache ein flammendes Plädoyer für ein geeintes und pazifistisches Europa, für die vertrauens- und friedvolle Kooperation der Nationen.

Er beklagte, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen und jene zwischen den Staaten „immer barbarischer“ würden: „Das gegebene Wort wird missachtet, stattdessen rühmt man sich der Lüge und der Täuschung.“

Aussagen wie diese ließen sich auch als subtile Botschaften an US-Präsident Donald Trump lesen. Dasselbe galt bereits für den Besuch von Leo XIV. bei der UN-Kulturorganisation Unesco in Paris, aus der Trump die USA zum 31. Dezember dieses Jahres zurückziehen will.
 

Wie schon in den Tagen zuvor zogen sich auch in Metz Appelle für den Frieden durch seine Ansprache. Der Krieg sei „ein unnützes Massaker, das jeden Tag zahlreiche zivile Opfer erfordert“. Es bestehe „die Notwendigkeit, einen geduldigen Dialog einzugehen, Mut in Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen dem höheren Gut des Friedens zu opfern“. Sollte darin eine versteckte Kritik am Beistand der EU für die Ukraine enthalten gewesen sein, so erwiderte Präsident Emmanuel Macron, Europa müsse in der Tat Mut beweisen, aber er halte es dennoch für notwendig, „dass Frankreich an der Seite der Ukraine gegenüber dem russischen Angriff steht“.

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Macron hatte alle europäischen Staats- und Regierungschefs zu der Veranstaltung eingeladen. Doch seitens der internationalen Politik kamen neben dem Fürstenpaar von Monaco und dem großherzoglichen Paar von Luxemburg lediglich der luxemburgische Premierminister Luc Frieden, dessen Vorgänger, Ex-EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, sowie die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD), die Bevollmächtigte der Bundesrepublik für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit.

Papst Leo XIV. schloss seine Rede mit einem Aufruf an die jungen Leute, „das Europa von heute und morgen aufzubauen“: „Liebt das Leben in jedem Augenblick und habt keine Angst vor der Zukunft!“ Immer wieder hatte sich der 71-Jährige zuletzt explizit an die Nachwuchs-Generationen gewendet. Zum großen Gebet am Freitagabend mit mehr als 80.000 Teilnehmern im Stade de France in Saint-Denis nördlich von Paris konnten sich Menschen im Alter zwischen 17 und 35 Jahren anmelden – und die Jugend kam in Scharen.

Politische Botschaften zogen sich in den vergangenen Tagen kontinuierlich durch seine Wortmeldungen. Mit Blick auf die französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr sagte Papst Leo XIV. bei einem Gebet am Sonntag in der Grotte des Pilgerortes Lourdes, er bitte die Heilige Jungfrau um „weise und großzügige Staatenlenker“ für Frankreich, die die grundlegenden Menschenrechte zu verteidigen wissen.

Auch verwies er darauf, …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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