Lösen sich die „Ultras“ auf? Welche Folgen das für Rapid haben würde

Sport

Was wäre eine Länderspielpause ohne Rapid-Aufreger? Diesmal steht aber nicht  ein möglicher Trainerwechsel oder ein Transferpoker im Fokus, sondern die Zukunft der ältesten durchgehend bestehenden, größten und nach wie vor einflussreichsten Ultras-Gruppe des österreichischen Fußballs.

Oder geht es bereits um deren Vergangenheit? Tatsächlich wird bei den 1988 gegründeten „Ultras Rapid“ aktuell ernsthaft darüber nachgedacht, sich aufzulösen. Dieser Schritt würde in Hütteldorf massive Veränderungen nach sich ziehen und hätte auch Auswirkungen auf den Verein.

Fragen und Antworten zu einer delikaten Angelegenheit.

Was ist passiert?

Rund um das Testspiel Venezia – Rapid (1:0) wurde in Venedig am Samstag ausführlich die Freundschaft der beiden Fangruppen zelebriert. Zurück bei den Autos bemerkten die Ultras, dass eines aufgebrochen wurde.

„Durch die eingeschlagene Scheibe wurde der Kofferraum geöffnet und unser Besuchsfetzn sowie ein UR & Gate 13 Jubiläumsfetzn entwendet“, heißt es in einem Statement.

Was hat es mit diesen „Fetzn“ auf sich?

Wichtige Fangruppen haben eigene Banner, die sie bei den besuchten Spielen auf den Zaun hängen. Der „Besuchsfetzn“ ist nicht vergleichbar mit dem Banner, der im Block West ausgerollt wird und auch wesentlich kleiner als der – auch in Venedig aufgehängte – Auswärtsbanner. Aber durchaus von Bedeutung, wie eine „Nr. 3“ in der Vertretung der eigenen Farben.

„UR & Gate 13 Jubiläumsfetzn“ steht für einen gemeinsamen Banner mit den Fanfreunden von Panathinaikos („Gate 13“). Der Vorfall sorgt also auch in Athen für Aufregung.

Warum ist das überhaupt wichtig?

Weil es in der eigenen Ultras-Logik zu den obersten Zielen gehört, die eigenen „Fetzn“ zu verteidigen – komme, was wolle. Eine Entwendung gilt als extreme Demütigung, die nicht zum über 38 Jahre aufgebauten Image der Ultras Rapid passt.

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Das wollen die Fan-Bosse auch gar nicht verhehlen, schreiben von „erheblichen Folgen“ und lassen offen, „wie unser Weg in Zukunft aussehen wird“.

Könnten sich die Ultras auflösen?

Das wird derzeit im Führungsgremium diskutiert. Laut KURIER-Recherchen gibt es Hardliner, die auf eine strenge Auslegung von „Ultras-Gesetzen“ pochen und eine Auflösung als einzige sinnvolle Maßnahme sehen.

Andere sehen durch den Einbruch ins Auto wiederum eine „ehrenlose Aneignung“ –  nicht zu vergleichen mit dem „Ziehen“ eines Banners im oder rund ums Stadion.

Einig sind alle Fans, dass die Causa höchst unangenehm ist und das Standing der Ultras schwächt.

Wo sind die beiden „Fetzn“?

Das ist die nun wohl entscheidende Frage. Gegen die schnell aufkommenden Gerüchte, dass eine rivalisierende Fangruppe dahintersteckt, spricht die fehlende Präsentation der „Trophäe“. Üblicherweise feiern Fans die Erbeutung solcher Utensilien mit der raschen Zurschaustellung dieser.

Auch um den Druck zur Auflösung beim Gegner zu erhöhen.

In Venedig könnte es sich  um einen simplen Autoeinbruch gehandelt haben, mit der zufälligen Entwendung einer Tasche mit dem „Heiligsten“.

Dementsprechend genau schauen gerade die Freunde der Ultras in Venedig, was am Wochenende in diversen Mistkübeln gelandet ist.

Wie geht es weiter?

Bis zum Spiel beim LASK nach der Länderspielpause, am 11. Oktober, sollte die Zukunft der Fangruppe geklärt sein. Spätestens beim nächsten Heimspiel am 16. Oktober gegen Hartberg muss klar sein, ob der Mittelblock frei bleibt – oder das Ringen um eine neue Nummer 1 im Block West beginnt.

Könnten sich die Ultras nicht  neu gründen, wie ein Verein nach einer Pleite?

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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