Unklarheit über neue Cybersicherheitsregeln: Viele Firmen wissen nicht, ob sie betroffen sind

Wirtschaft

Rund 4.000 Unternehmen aus 18 kritischen Sektoren wie Energie, Transport, Gesundheitswesen und Digitalinfrastruktur müssen sich ab Donnerstag in Österreich an neue Regeln und höhere Mindeststandards für Cybersicherheit halten. Sie müssen Risikoanalysen durchführen, technische und organisatorische Maßnahmen setzen und unterliegen bei Vorfällen strengen Meldepflichten. Über Verträge mit Dienstleistern und Lieferanten müssen sie auch sicherstellen, dass die Sicherheit in den Lieferketten gewährleistet ist.

Eine Studie der Unternehmensberater von EY, für die im April 200 Führungskräfte heimischer Firmen ab 20 Mitarbeitenden befragt wurden, sieht bei der Umsetzung des Netz- und Informationssicherheitsgesetzes 2026 (NISG 2026) aber noch großen Aufholbedarf.

Viele Unsicherheiten

Rund 44 Prozent der Befragten konnten nicht sagen, ob sie unter die neuen Regelungen fallen. Lediglich ein Fünftel der Unternehmen sah sich gut informiert und bei der Umsetzung auf Kurs. Am größten war die Unsicherheit bei kleineren Unternehmen mit weniger als zehn Millionen Euro Jahresumsatz. Bei Unternehmen, die KI-Technologie bei der Cybersicherheit einsetzen, waren die Unklarheiten laut der Erhebung geringer. Nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) konnte ihre Betroffenheit nicht einschätzen.

„Aus unserer Erfahrung haben sich die Unsicherheiten in den letzten Monaten nicht aufgelöst, obwohl NIS-2 schon direkt vor der Türe steht“, warnte Bernhard Zacherl, Director im Bereich Cybersecurity bei EY Österreich. Er fordert ein koordiniertes und rasches Vorgehen, das Technologie, Prozesse und die Verantwortung der Unternehmensleitung berücksichtigt.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) will inzwischen auf Informationsangebote, Schulungen, Weiterbildungsangebote und auch auf die Sensibilisierung der Führungsebene setzen. Denn neben verbindlichen Maßnahmen zum Risikomanagement werde auch die Verantwortung der Geschäftsleitungen gesetzlich eingefordert, sagte Markus Roth, Obmann der Bundessparte Information und Consulting in der WKÖ: „Cybersicherheit ist angesichts der Bedrohungslage Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg und damit entscheidender Wettbewerbs- und Standortfaktor.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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