
KI-Rechenzentren verbrauchen große Strommengen, doch sie können bei entsprechender Ausgestaltung der Verträge auch netzdienlich sein. Laut einer Studie eines internationalen Forschungsteams unter Leitung der Technischen Universität (TU) Wien sollten sich Rechenzentren daher künftig an die Kapazitäten des Stromnetzes anpassen und nicht umgekehrt.
So könnte das Training großer KI-Modelle zu Zeiten stattfinden, in denen besonders viel erneuerbare Energie verfügbar ist. Durch eine zeitlich flexible Anpassung der Rechenlasten würden die Anlagen zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.
Dafür dürften die Rechenzentren aber nicht mehr wie bisher als gewöhnliche Verbraucher betrachtet werden, sondern müssten spezielle Verträge mit garantierter Basisleistung und vorübergehend reduzierbarer Zusatzleistung erhalten. Wichtig wäre auch eine bessere Datenlage zum Stromverbrauch der Rechenzentren, sagte Reda El Makroum vom Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe der TU Wien.
Um die Netzinfrastruktur gut planen zu können, sollten anonymisierte Betriebs- und Informationen zur Hardware zur Verfügung gestellt werden. Andernfalls bestehe die Gefahr einer Renaissance fossiler Energieträger wie in den USA. Dort seien 39 Prozent der in Planung befindlichen Gaskraftwerksleistung für Rechenzentren vorgesehen.
Abwärmenutzung für die Gemeinden
Wird der Bau rechtzeitig geplant, könnten große Rechenzentren ein funktionierender Teil eines zukunftsfähigen Energiesystems werden. So könnte etwa die Abwärmenutzung der Standortgemeinde zugutekommen. Arbeitsplätze würden vor allem während der Bauphase entstehen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



