Wifo-Studie: Das kostet krankmachende Arbeit

Wirtschaft

Arbeitsunfälle und arbeitsbedingten Erkrankungen verursachen in Österreich gesellschaftliche Kosten in Höhe von 12,4 Milliarden Euro. Betriebe, die für die Arbeitsbedingungen verantwortlich sind, tragen aber nur etwa zehn Prozent dieser Kosten. Den Löwenanteil von 58 Prozent schultern die Beschäftigten selbst, während weitere 30,8 Prozent bei der Kranken- und Pensionsversicherung hängenbleiben.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) im Auftrag der Arbeiterkammer. Dabei wurden Arbeitsunfälle und arbeitsbedingten Erkrankungen eines Jahres (2023) ermittelt und  die finanziellen und gesundheitlichen Folgen über den weiteren Lebensweg der Betroffenen berechnet. Berücksichtigt wurden Behandlungskosten, betriebliche Kosten von Fehlzeiten, Wertschöpfungsverlust durch Krankenstand bis hin zum Unterstützungsbedarf im privaten Kontext.

Die reinen Behandlungskosten beim Arzt oder im Spital machen mit 11,7 Prozent nur einen kleinen Teil aus. Fast 60 Prozent der Gesamtkosten entstehen durch entgangene Wertschöpfung, Produktionsausfälle und -verluste sowie Folgekosten für die Betroffenen. 

Psychische Erkrankungen nehmen zu

Die wichtigsten Erkenntnisse: Während Arbeitsunfälle seit Jahren rückläufig waren, stiegen die arbeitsbedingten Erkrankungen stark an. Auf sie entfallen rund 11 Mrd. Euro an Kosten (88 Prozent.)

Grund für den Anstieg ist die Zunahme von psychischen Belastungen wie Depressionen und Angststörungen. Laut Fehlzeitenreport entfielen von den 168.000 arbeitsbedingten Erkrankungen im Jahr 2023 schon 54.000 Fälle auf psychische Erkrankungen. 85.000 Fälle betrafen Muskel-Skelett-Erkrankungen, also etwa Bandscheibenvorfälle. Psychische Diagnosen führen laut Fehlzeitenreport 2026 mit durchschnittlich fast 37 Tagen je Fall zu den längsten Abwesenheiten.

Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales bei der AK Wien kritisiert, dass trotz steigender Belastungen am Arbeitsplatz kein einziger Fall einer psychischen Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wurde. 

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Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, müssten die Betriebe mehr in die Pflicht genommen werden. Schon jetzt würde ein Viertel der Erwerbstätigen aus dem Krankenstand in Pension gehen.  „Der Schutz der Beschäftigten ist eine Grundvoraussetzung, um überhaupt gesund das Pensionsalter zu erreichen.“ Die AK fordert unter anderen verbindliche und zeitgemäße Grenzwerte für schwere Lasten und gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe, wirksamen Hitzeschutz sowie die verpflichtende Einbindung von Arbeitspsychologen in der Prävention. 

Die jüngsten Aussagen von AMS-Chef Johannes Kopf, der die Anhebung des Pensionsantrittsalters als rein mathematisch sinnvoll bezeichnete, hält Stilling für Zynismus. Da würden Menschen nur von der Pension zum AMS verlagert. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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