Gewerkschaft Proge wirft Ardo Arbeitsplatz-Vernichtung vor

Wirtschaft

Die Kritik an der geplanten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf wird schärfer. Die Produktionsgewerkschaft Proge wirft dem belgischen Tiefkühlkonzern Ardo vor, 240 Arbeitsplätze zu vernichten.

„Wer ein Werk selbst nicht mehr betreiben will, gleichzeitig aber eine mögliche Übernahme blockiert, vernichtet Arbeitsplätze mit Ansage. Das ist verantwortungslos“, kritisiert Proge-Chef Reinhold Binder. Der Konzern opfere Beschäftigte, bäuerliche Betriebe und eine ganze Region einer Unternehmensentscheidung. „Für uns drängt sich der Eindruck auf, dass Profitgier wichtiger ist als Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.“

Versorgungssicherheit gefährdet

Für die Gewerkschaft geht es über die unmittelbar betroffenen Arbeitsplätze hinaus. Das Werk in Groß-Enzersdorf ist nach eigenen Angaben der heimische Hauptlieferant für Tiefkühlgemüse und damit relevant für die Versorgungssicherheit. Bereits jetzt zeigten sich erste negative Auswirkungen in der Landwirtschaft: Laut Medienberichten wurde nach der Schließungsankündigung der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die kommende Frühjahrsernte nicht durchgeführt.

„Hier wird funktionierende regionale Lebensmittelproduktion mutwillig aufs Spiel gesetzt. Kurze Wege, heimische Produktion, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Marchfeld werden gefährdet, damit ein internationaler Konzern seine Produktion anderswo konzentrieren kann“, so Binder. Er fordert Ardo erneut auf, Gespräche über eine Übernahme und Weiterführung des Standorts zu ermöglichen.

Streit um Sozialplan

Parallel zur Auseinandersetzung um die Zukunft des Werks laufen Sozialplanverhandlungen. Auch hier sieht die Proge erheblichen Gesprächsbedarf. „Wenn Ardo schon Arbeitsplätze vernichten will, dann kann sich der Konzern nicht auch noch bei den betroffenen Beschäftigten aus der Verantwortung stehlen“, sagt Binder. Das bisherige Angebot sei völlig unzureichend. „Wer Menschen nach vielen Jahren Arbeit vor die Tür setzt, muss für einen ordentlichen Sozialplan auch ordentlich Geld in die Hand nehmen.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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