
Die Ärztekammer gibt ihren Widerstand gegen das geplante Impfen in der Apotheke nicht auf. Wie berichtet, dürften sich die Verhandlungen zu dem seit Jahren geplanten Projekt in der Endphase befinden. Damit könnte das Programm wie angepeilt zu Beginn 2027 starten. Ziel ist es, durch dieses niederschwellige Angebot die in Österreich relativ niedrigen Impfraten zu erhöhen.
Sehr zum Unmut der Ärztevertreter: „Nur Ärztinnen und Ärzte können eine optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten, egal ob es um Akutversorgung, Impfen oder andere präventive Maßnahmen geht“, sagt Kammerpräsident Johannes Steinhart. „Die Kompetenzen in der Gesundheitsversorgung in Österreich sind klar geregelt. Nicht umsonst hat die Ärzteschaft einen klar definierten Kompetenzbereich, den keine andere Berufsgruppe hat. Ärzte sind hochspezialisierte Experten, die zudem über umfangreiche Erfahrungen verfügen, um Krankheiten oder Risiken korrekt einordnen zu können.“
Steinhart warnt: Eine sogenannte „assistierte Selbstmedikation“ in Apotheken berge Risiken für die Patientensicherheit und könne eine ärztliche Untersuchung keinesfalls ersetzen. „Am sichersten und angenehmsten für die Patientinnen und Patienten ist es, die Ordinationen als ‚Best Point of Care‘ zu verstehen und dort alle notwendigen Leistungen aus einer Hand zu bekommen.“
Gratis-Impfen ausweiten
Bei der Kammer schlägt man eine andere Vorgehensweise vor: „Damit wir Impflücken, etwa bei FSME oder HPV, wirksam schließen können, müssen diese Schutzimpfungen auch in das kostenlose Impfprogramm aufgenommen werden“, fordert Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer. „Bereits jetzt wird in Ordinationen auch zu Randzeiten geimpft und die Impfstoffe können direkt beim Arzt bezogen werden.“
Befürworter wie etwa die Apothekerkammer verweisen hingegen auf die positiven Erfahrungen, die man in jenen Ländern gemacht habe, in denen Impfen in den Apotheken bereits erlaubt ist. Insgesamt sind es europaweit bereits 19, darunter auch Nachbarländer wie Deutschland, Italien oder die Schweiz. Nennenswerte Sicherheitsprobleme seien aus diesen Ländern nicht bekannt.
Source:: Kurier.at – Politik



