Eine Skihalle für Österreich? Was das bringt und wie viel das kostet

Sport

Die Botschaft von Roswitha Stadlober ist eindeutig. „Skihalle ist die Zukunft.“ Es ist keineswegs eine neue Idee, die es da der ÖSV-Präsidentin hereingeschneit hat, in den letzten Jahren wurden immer mehr Rufe nach einer Skihalle laut.

Warum ist eine Skihalle in Österreich plötzlich so ein großes Thema?

Weil der Skisport die Folgen der Klimaerwärmung gerade mit voller Wucht zu spüren bekommt. Noch bis vor einigen Jahren war auf den heimischen Gletschern auch in den Sommermonaten ein Skibetrieb möglich. Heuer mussten im August erstmals überhaupt sämtliche Gletscherskigebiete im Alpenraum dichtmachen. „Die Halle kann ein Puzzleteil sein, um in Zukunft leistungsfähig zu bleiben“, sagte ÖSV-Generalsekretär Jan Überall auf Servus TV.

Welchen Mehrwert bietet eine Skihalle?

Dem Österreichischen Skiverband geht es gar nicht so sehr um den Spitzensport und die Topathleten. Eine Halle im urbanen Lebensraum rund um Wien könnte für viele ein erster Berührungspunkt mit dem Skisport sein. „So könnten wir auch den Breitensport vorantreiben“, sagt Überall.

Nützen die ÖSV-Athleten Skihallen?

Mittlerweile mehr denn je. So trainiert etwa das österreichische Herren-Slalomteam seit Dienstag in der Skihalle in Oslo. Im Nachwuchsbereich wird das Indoortraining ohnehin seit Jahren forciert. Weil es schlicht zu teuer wäre, mit der gesamten Belegschaft im Sommer nach Südamerika zu übersiedeln.

Wie viele Skihallen gibt es weltweit?

Man glaubt ja gar nicht, wo überall gewedelt wird. Von Dubai bis China, von Ägypten bis Australien, von Litauen bis Malaysia – mittlerweile gibt es an die 150 Hallen, Tendenz steigend. So sind aktuell in Polen zwei Indoor-Anlagen in Planung.

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Wie teuer ist denn so eine Skihalle?

Das hängt ganz von der Dimension der Anlage ab. Die Skihalle SNØ in Oslo gilt im Moment als modernste Halle in Europa und kostete 300 Millionen Euro. Im SNØ gibt es neben einem Vierersessellift und einer Eiskletterwand sogar eine schwarze Piste.

Welche großen Vorteile haben Skihallen?

In erster Linie die Planungssicherheit und die Verfügbarkeit. In den Hallen lässt sich unabhängig vom Wetter 365 Tage im Jahr trainieren. Und das bei Laborbedingungen. Zudem ist das Indoor-Training weniger zeitintensiv und ermöglicht deutlich größere Umfänge.

 „Im Vergleich zu Gletschertraining in Zermatt, wo ich um halb fünf Uhr aufstehen und sechs Paar Ski über drei Lifte auf dreieinhalbtausend Meter raufschleppen muss, ist es eine ganz andere Belastung“, erklärt Manuel Feller.

Finden in den Hallen auch Bewerbe statt?

Die Alpin-Snowboarder starteten jahrelang in Landgraaf in die Weltcupsaison. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ließ anlässlich der Gründung des europäischen Skiverbandes im Jahr 2009 in Amnéville (FRA) Europameisterschaften durchführen. Bei der ersten und zugleich einzigen EM gingen die Titel an Veronika Zuzulova (SLK) und Jean-Baptiste Grange (FRA).

Seit wann gibt es überhaupt schon Skihallen?

Vor einem Jahrhundert wurde in Wien die erste Skihalle der Welt eingeweiht. Eine leer stehende Bahnhofshalle in der Brigittenau wurde 1927 zum „Schneepalast“ umfunktioniert. Es gab zwei Pisten, eine Rodelbahn und eine Sprungschanze. Nach einem halben Jahr wurde die Halle geschlossen.

Welche Alternativen gibt es zur Halle?

Skifahren auf speziellen Teppichen oder synthetischen Matten kommt immer mehr in Mode. Benjamin Raich zeigte sich nach einem Selbstversuch in Norditalien durchaus angetan.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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