
Sehr geehrtes Kulturamt!
Nun lese ich immer wieder, dass Andreas Babler vielleicht Kulturminister bleibt, vielleicht aber auch nicht. Zuletzt hat der designierte Vizekanzler, Markus Marterbauer, im Interview mit Ihrem Medium gesagt, er entscheide über sein Team. Mein Antrag an Sie: Unterstützen Sie den amtierenden Finanzminister von Amts wegen und sprechen auch Sie sich für eine kulturministerielle Ablöse aus. Selbst wenn man zurzeit nicht einmal weiß, ob Babler überhaupt noch Kulturminister ist oder es jemals war.
Mit optimistischen Grüßen, R. S.
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Sehr geehrter R. S.,
vielen Dank für Ihren Antrag, dessen Einlangen wir hiermit gerne bestätigen (Geschäftszahl 31/2026), den abzulehnen wir uns jedoch genötigt sehen. Uns scheint, dass sich zuletzt schon zu viele bezüglich Rücktritt, erzwungener oder freiwilliger Ablöse des SPÖ-Chefs von irgendeiner seiner Funktionen eingemischt haben. Uns fehlt dazu jegliches Mandat, darob harren wir lieber als Beobachter des Vollzuges, weil wir der Meinung sind, dass die Kultur zu wichtig ist, als dass sie als Versorgungsjob herhalten muss (woraus man eine gewisse Sympathie für Ihr Anliegen schließen darf).
Wir vermuten, ohne Belege dafür liefern zu können, dass Herr Babler kulturmäßig noch in Amt und Würden ist. Vor allem aber hoffen wir, dass dieser Bereich regierungsintern wieder größere (oder überhaupt irgendeine) Relevanz bekommt. Und auch, dass der oder die damit Beauftragte eine über ein sanftes persönliches Interesse hinausragende Kompetenz durch seine Handlungen nachzuweisen imstande sein wird.
Nehmen wir, um die theoretische Bedeutung eines Kulturministers/einer Kulturministerin zu dokumentieren, als Beispiel die Staatsoper, auf deren herausragende Bedeutung sich wohl die meisten verständigen können. Dort dürfte, wie man so hört, die Intendanz ab Herbst 2030 noch vor Weihnachten ausgeschrieben werden. Wenn man davon ausgeht, dass die Bewerbungsfrist einige Wochen läuft, sagen wir bis Ende Jänner, und danach Hearings stattfinden, könnte die Verlängerung des amtierenden oder Bestellung eines neuen Direktors im März erfolgen. Das wäre somit die erste bedeutende Entscheidung, die ein zukünftiger Minister/eine Ministerin zu treffen hätte. Nun werden solche Dinge zumeist pro forma an irgendwelche Kommissionen ausgelagert, um sich dahinter verstecken zu können. Man wird sich aber noch einen Minister wünschen dürfen, der weiß, was er will und das inhaltlich begründen kann. Vor langer Zeit war das zumindest so.
Source:: Kurier.at – Kultur



