Derby-Nachspiel bei Wacker – Salzburg: Ein Fußballfest mit Misstönen

Sport

Wenn tatsächlich der letzte Eindruck zählt, dann hätte sich das Westderby zwischen Wacker Innsbruck und Austria Salzburg die Bezeichnung „Skandalpartie“ verdient. Denn nach dem Schlusspfiff lieferte dieses Prestigeduell einige verstörende Szenen, die einen dunklen Schatten über dieses große Fußballfest legen:

Wenn etwa der Salzburger Trainer Christian Schaider eine blutende Wunde erleidet, weil ihm ein Kind einen Bierbecher auf die Nase schleudert;

wenn 150 Anhänger der Heimmannschaft einen Angriff auf die Gästefans unternehmen;

wenn die 600 Polizisten, die rund um dieses Zweitligamatch im Einsatz waren, zu Pfefferspray und Schlagstöcken greifen müssen;

wenn es in den Nachtstunden in der Innsbrucker Innenstadt immer wieder zu Schlägereien kommt, die mehrere Verletzte fordern und fünf Festnahmen nach sich ziehen.

„Gewalt hat im Fußball nichts verloren“ 

„Die beiden Fanmärsche durch die Stadt und auch das Spiel haben reibungslos geklappt. Aber alles, was nach dem Match passiert ist, hätte man sich ersparen können. Gewalt hat im Fußball nichts verloren“, sagte Wacker-Präsident Hannes Rauch am Tag danach zum KURIER.

16.125 Fans am Tivoli

Salzburg-Coach Christian Schaider hatte bereits direkt nach dem Schlusspfiff im ORF-Statement klare Worte gefunden. „Wenn Kinder im Stadion dem Trainer einer Gästemannschaft einen Becher ins Gesicht schmeißen, dann ist irgendwas falsch in unserer Gesellschaft. Da müssen die Kinder anders erzogen werden.“

All die Nebengeräusche aus der turbulenten dritten Halbzeit konnten den Jubelchor freilich nicht übertönen, den Wacker-Präsident Rauch anstimmte. Und zwar trotz der 0:1-Niederlage.

„Jeder, der im Stadion war, wird sagen: Das war Werbung für den Fußball.“

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Wer kann es dem Präsidenten auch verdenken? Als Hannes Rauch im Sommer 2022 das Amt antrat, war der FC Wacker nach einem Konkurs gerade in der 5. Liga aufgeschlagen und stand ohne Mannschaft und ohne Perspektive da. Vier Jahre und drei Aufstiege später war das Tivolistadion im Derby mit 16.125 Besuchern ausverkauft.

Wohl wieder ausverkauft 

Und das nächste Fußballfest steht schon vor der Tür: Im Achtelfinale des ÖFB-Cups trifft Wacker Innsbruck am 28. Oktober auf den Lokalrivalen WSG Tirol. Schon jetzt sind mehr als 12.000 Tickets weg, der Traditionsverein darf zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen auf ein volles Haus hoffen.

Die Einnahmen werden dann im ÖFB-Cup deutlich höher sein. Denn das Derby gegen Salzburg wird Wacker teuer zu stehen bekommen: Kosten für die Polizei, Geldstrafen wegen Pyrotechnik, etc.

Das Cup-Match ist vorerst nicht als Hochrisikospiel eingestuft. Präsident Rauch hat freilich die Befürchtung, dass der letzte Eindruck zählt. „Mal schauen, ob das Derby Folgen hat.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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