Vom Lernhaus zum Traumberuf: Was gezielte Förderung bewirken kann

Wirtschaft

„Egal, was Ihnen einfällt, dort sind Sie am richtigen Ort“, sagt Ali Almarey begeistert, als ihn der KURIER fragt, was das Lernhaus in der Schwenderstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk so besonders macht. „Man hat dort so viele Möglichkeiten, nicht nur beim Lernen.“ Neben Hausaufgaben, Rechnen und Schreiben bleibt auch Zeit für gemeinsames Essen, Bewegung, Spiele und Ausflüge.

Ali Almarey und seine Geschwister besuchten das Lernhaus deshalb jahrelang. „Es bringt einfach sehr viel. Nicht nur mir, sondern jedem Kind, das ins Lernhaus kommt. Jeder bekommt dort die Hilfe, die er braucht.“

„Es geht um viel mehr als ums Lernen“

Das KURIER Lernhaus unterstützt Kinder aus sozial benachteiligten Familien kostenlos beim Lernen und im Alltag. Dabei gehen qualifizierte Betreuerinnen und Betreuer individuell auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Finanziert wird die karitative Einrichtung ausschließlich durch Spenden und die Unterstützung engagierter Unternehmen (siehe Kasten).

Über das KURIER Lernhaus konnte Ali Almarey letztlich seinen Traumberuf finden. Nach den Schulaufgaben kümmerten sich die Betreuer gezielt um jene Jugendlichen, die Bewerbungen verfassen oder sich beruflich orientieren mussten. „Dadurch habe ich einen sehr guten Beruf gefunden“, erzählt der Friseur-Lehrling. „Es war ihnen wichtig, dass wir den Beruf finden, den wir wirklich machen wollen und nicht aus der Not heraus irgendeinen Job wählen“, sagt Almarey.

Genau diese Geduld und die individuelle Zuwendung weiß auch der ehemalige Lernhaus-Schüler Sanaullah Omari zu schätzen.

Von einer Vier auf eine Zwei

„Ein Freund von mir war dort angemeldet und ich hatte damals wirklich Schwierigkeiten mit Deutsch“, erinnert sich Omari. „Er meinte: Melde dich an, sie helfen dir.“

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Den Lerneffekt beschreibt er rückblickend als enorm. In Deutsch sei er von einer Vier auf eine Zwei gesprungen. „Ehrlich gesagt habe ich davor zu Hause nicht so viel gelernt. Ich hatte einfach keine Motivation dafür“, erzählt er. Im Lernhaus sei das anders gewesen: „Dort war es ruhig. Die Betreuer sind geduldig und man kann sich einfach gut konzentrieren.“

Heute besucht Sanaullah Omari bereits die siebente Klasse und maturiert in einem Jahr. „Viele Kinder bekommen zu Hause nicht die Unterstützung, die sie brauchen, weil die Eltern vielleicht die Sprache nicht so gut können oder sich in einem gewissen Fach nicht so gut auskennen“, sagt der Schüler. „Natürlich kann sich auch eine Schule nicht auf alle Schüler einzeln konzentrieren.“

Für solche Situationen sei es seiner Erfahrung nach besonders hilfreich, jemanden zu haben, der unterstützt. Ähnlich beschreibt auch Marijam Muminova ihre Zeit im Lernhaus.

„Man findet Freunde fürs Leben“

„Meine Mutter ist auf das Lernhaus aufmerksam geworden, weil wir nicht weit davon entfernt gewohnt haben. Sie wollte, dass meine Geschwister und ich in Deutsch und Mathematik mehr Unterstützung bekommen.“ Das hätten sie auch bekommen – und noch viel mehr. „Ich habe tolle Leute kennengelernt. Mit einigen von ihnen bin ich heute noch befreundet“, sagt Muminova.

Zuletzt war sie vor sechs Jahren dort. Seither könne sich einiges verändert haben, der Kern sei aber gleich geblieben, ist Ali Almarey überzeugt. „Selbst heute sagen sie uns, dass wir uns jederzeit melden können. Man hat immer eine Stelle, an die man sich wenden kann.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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