Sportlerwahl: Als Schröcksnadel über die Journalisten schimpfte

Sport

Viele Fragen sind noch offen vor der Lotterien-Sporthilfe-Gala in der Wiener Stadthalle am Donnerstag (20.15 Uhr/live ORF 1). In zwölf Kategorien werden die Niki-Awards vergeben, die nach Formel-1-Legende Niki Lauda benannt sind.

Einige Fragen sind allerdings schon geklärt. Den Special Award für sein Lebenswerk erhält Jahrhundertfußballer Herbert Prohaska. Der 71-Jährige fühlte sich schon vor der Ehrung geehrt: „Ich weiß, dass das eine Riesenveranstaltung ist, die fast so wie die Oscars in Hollywood aufgezogen ist.“ Etwa 1.500 Gäste werden bei der größten Charity-Veranstaltung des heimischen Sports erwartet.

Fix ist auch, dass es bei den Sportlerinnen des Jahres eine Premierensiegerin geben wird. Denn weder Janine Flock (Skeleton) noch Julia Scheib (Ski alpin) oder Valentina Höll (Mountainbike-Downhill) haben je die Trophäe gewonnen.

Radsport gegen Winter

Bei den Männern könnte Felix Gall zum zweiten Mal Sportler des Jahres werden. Der Osttiroler Radprofi wurde beim Giro d’Italia Zweiter in der Gesamtwertung und bei der Vuelta Dritter. Seine Konkurrenten sind Snowboard-Olympiasieger Alessandro Hämmerle und der Nordische Kombinierer Johannes Lamparter, der drei Olympia-Medaillen (2x Silber, 1x Bronze) gewann.

Seit 1949 wird die Sportlerwahl durchgeführt. Ein Blick zurück auf große Sieger und große Emotionen.

Der italienische Sieger

Erster Sieger der Sportlerwahl war 1949 Richard Menapace (1914–2000). Der Radfahrer aus Südtirol gewann die Österreich-Rundfahrt – und wurde danach ausgezeichnet, damals noch als Italiener. Erst im Mai 1950 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Auch Frauen-Siegerin Ellen Müller-Preis (1912–2007) war nicht in Österreich geboren. Die Florettfechterin lebte bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Berlin.

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Der Bergsteiger

Nicht immer geht es um Meter, Sekunden oder Punkte. 1953 wurde Bergsteiger Hermann Buhl (1924–1957) gewählt, dem zuvor die Erstbesteigung des Nanga Parbat im Himalaya gelang.

Das einzige Remis

1957 gewann Ski-Star Toni Sailer (1935–2009) zum zweiten Mal die Wahl. Den Titel musste er sich allerdings mit Radfahrer Adolf Christian (1934–1999) teilen, dem Dritten der Tour de France.

Aufregung um Totschnig

56 Jahre nach Menapace gewann 2005 mit Georg Totschnig wieder ein Radprofi; der Tiroler hatte eine Etappe bei der Tour de France gewonnen. Die Wahl sorgte für Aufregung, ganz besonders bei ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Dieser war persönlich beleidigt, dass die Wahl nicht auf Benjamin Raich fiel, der fünf Medaillen bei der Ski-WM gewonnen hatte, zwei davon in Gold. Den für die Wahl verantwortlichen Sportjournalisten sprach Schröcksnadel jegliche Qualifikation ab.

Der knappste Sieg

2014 gewann David Alaba zum zweiten Mal die Wahl – mit dem knappsten aller Vorsprünge. Der ÖFB-Kicker erhielt 1.193 Punkte, der zweitplatzierte Marcel Hirscher 1.192.

Die Rekordsieger

Annemarie Moser-Pröll gewann von 1973 bis 1980 mit nur einer Unterbrechung siebenmal. Rekordmann ist Marcel Hirscher. Als der Salzburger 2019 seine sechste Trophäe entgegennahm, war er schon Ski-Pensionist. Heuer versucht er auf der Piste sein zweites Comeback.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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