ÖFB-Star Xaver Schlager über WM-Tief: „War mir eine Lehre fürs Leben“

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Xaver Schlager hat nach seinem Wechsel zu Nottingham Forest zu alter Stärke zurückgefunden. Im Nationalteam war der 29-Jährige zuletzt einer der Besten. Warum das bei der WM nicht so war.

KURIER: Welche Gedanken kommen bei Ihnen hoch, wenn Sie an die WM zurückdenken?

Xaver Schlager: Das bleibende Bild wird erst in den nächsten Jahren konkret werden. Einerseits bin ich stolz, eine WM gespielt zu haben. Andererseits war das für mich persönlich eine der schwierigsten Zeiten meiner Laufbahn.

Weshalb?

Wenn man auf die WM hinfiebert, sich vorstellt, dass das ein Höhepunkt der Karriere sein sollte, und dann realisiert, dass man nicht am Leistungslimit ist, ist das frustrierend. Aber ich denke, es war eine Lehre fürs Leben.

Warum waren Sie nicht am Limit?

Die Zeit davor ist nicht ideal verlaufen. Ich hatte keine hundertprozentige Vorbereitung im Vorjahr und war die ganze Saison nicht auf absolutem Topniveau. Ich glaube auch, dass das ganze Thema mit der WM mir dann irgendwann auch zu sehr aufgeblasen und zu groß war.

Wie meinen Sie das?

Man kommt von mehreren Seiten an Belastungsgrenzen, die man so nicht kennt. Reiserei, Zeitzonen, man ist einen Monat weg von Europa, ist nie in der eigenen Wohnung, wo man runterkommt. Das sind Dinge, die darf man nicht unterschätzen und das habe ich bisher nicht so gekannt. Und man muss sich eines eingestehen: Wenn du nur bei 99 und nicht bei 100 Prozent bist, dann reicht das heutzutage im Fußball nicht mehr. Dann wirst du gnadenlos bestraft.

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Ralf Rangnick hat erzählt, dass Sie gegen Algerien zur Pause um Ihre Auswechslung gebeten haben.

Das stimmt. Ich hätte weiterspielen können, aber damit hätte ich dem Team geschadet. Man muss es sich eingestehen, wenn man dem Team nicht helfen kann. Du hast 26 Spieler im Kader, die alle darauf brennen, bei der WM zu spielen. Da wäre es egoistisch, wenn man sich irgendwie drüberrettet, damit man keine Nachrede hat.

Warum sind Sie jetzt wieder so gut drauf körperlich?

In den letzten Jahren ist es immer nur um Verletzungen gegangen, nie um meine Leistung. Die war da, wenn ich fit war. Aber ich habe ständig gehört: „Du musst fit bleiben.“ Im Vorjahr ist die ganze Saison unter diesem Titel gelaufen. Heuer habe ich eine volle Vorbereitung gehabt, mit voller Intensität. Und ich bin mit einem anderen Ziel hineingegangen und habe mir gesagt: „Schau, dass du Gas gibst. Schau, dass du besser wirst als andere.“ Das ist ein ganz anderes Mindset. Jetzt habe ich wieder Vertrauen in meinen Körper.

Welchen Anteil daran hat Oliver Glasner?

Es waren mehrere Faktoren. Der Tapetenwechsel hat gut getan. Mit dem Oli habe ich schon in Wolfsburg erfolgreich gearbeitet. Ich kenne sein System, kann mich damit identifizieren, das ist wichtig. Und die Premier League war immer mein Traum. Jetzt hat sich die Chance ergeben und jetzt hat es sich auch richtig angefühlt, weil ich von der Persönlichkeit reif genug war, nach England zu gehen. Man darf solche Schritte nie unterschätzen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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