
Das Grazer Fußballderby stand am Sonntagabend auch im Zeichen des städtischen Sparpakets: Wie berichtet, muss unter dem Uhrturm derart eisern gespart werden, dass die Graz Holding ihr Sport-Sponsoring ab der kommenden Saison um eine runde Million Euro zurückfährt. Sehr zum Ärger von Sturm und GAK, die dadurch eine erkleckliche Summe verlieren und scharf dagegen protestieren – Sturm etwa durch Überkleben des Wortes „Graz“ auf den Trainingsjacken beim jüngsten Europacup-Auftritt in Bournemouth.
Doch wie viel bekommen die beiden Grazer Klubs überhaupt? Und viel die Konkurrenz durch ihre öffentlichen Sponsoren? Der KURIER hat die druckfrischen Zahlen der vergangenen Saison aus der RTR-Datenbank, wo alle Zahlungen aus dem öffentlichen Sektor gemeldet werden müssen, zusammengetragen. Das sind die brisantesten Aspekte:
In der Saison 2025/26 durfte sich Sturm über fast 475.000 Euro und der GAK über rund 290.000 Euro aus dem Topf der Graz Holding freuen. Jeweils rund die doppelte Summe erhielten beide zudem aus dem Sponsoring des Landesenergieversorgers Energie Steiermark (siehe Grafik unten). Mit insgesamt 1,67 Millionen Euro liegen die Blackys vor dem GAK (880.000 Euro) in dieser Wertung auf Rang fünf.
Der Liga-Krösus führt überlegen
Die zweitgrößte Stadt des Landes wird dabei aber von der drittgrößten – nämlich Linz – deutlich distanziert: Denn Double-Sieger LASK ist auch unangefochtener Gewinner der Geld-Tabelle in der Vorsaison: Satte 5,23 Millionen Euro sprudelten in Summe für die Athletiker aus den Quellen von diversen Stadt- und Landesgesellschaften (am meisten – nämlich 1,6 Millionen Euro – von der Energie AG). Und: Während etliche andere Liga-Klubs mit weniger auskommen mussten, konnte der Liga-Krösus die kommunalen Zuwendungen sogar noch um rund 15 Prozent (660.000 Euro) steigern – wohl auch wegen diverser Erfolgsprämien.
Die größte Überraschung ist aber wohl der Vize-Titel für den Stadtrivalen Blau-Weiß Linz: 3,73 Millionen Euro aus öffentlichem Sponsoring lassen wohl nicht nur die Klubs in Graz erblassen. Womit der Abstieg trotz dieser überproportional hohen Finanzspritze umso zweifelhafter erscheint. „Schuld“ sind dabei allein die Mittel der Linz AG aus der SPÖ-dominierten Stahlstadt, die mit 3,21 Millionen der weitaus großzügigste Bundesliga-Einzelsponsor aus dem kommunalen Bereich ist. (Was laut einem KURIER-Bericht vom April aber intern für immer größeren Widerstand sorgt).
Rapid schlägt Austria
Die Linz AG stellt nämlich sogar den grün-weißen Haupt-sponsor von Tabellenführer Rapid in den Schatten: 2,8 Mio. Euro der Wien Energie flossen in der Vorsaison nach Hütteldorf – übrigens die einzige nennenswerte Geldquelle aus dem öffentlichen Sektor für Grün-Weiß. Das Wiener (Geld-)Derby geht damit deutlich an den SCR: Denn die Austria lukrierte insgesamt nicht ganz 2 Millionen Euro, wobei Hauptsponsor Wien Holding 1,11 Millionen Euro beisteuerte (in der Spielzeit davor wurden noch 1,13 Millionen gemeldet). Der grün-weiße Sponsor aus dem Imperium der Stadt Wien überragt damit den violetten um das 2,5-Fache – allerdings als Brustsponsor und bei höherem Werbewert. Dennoch wohl genügend Diskussionsstoff für das Derby am 1. November.
Angesichts dieser Zahlen würden gewiss auch die Nicht-Hauptstadtklubs über diese Form des Liga-Sponsorings diskutieren: Denn die SV Ried (330.000 Euro gesamt) oder Hartberg (97.000 Euro) werden von den Landessponsoren scheinbar „vergessen“ und müssen sich mühsam im privaten Sektor Partner zusammensuchen.
Traditionelles Schlusslicht
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Source:: Kurier.at – Sport



