SC Parndorfs Krise ist Wiener Viktorias Freude

Sport

Von Lukas Bergmann

Es war das Spiel der verkehrten Welten auf dem Sportplatz der Wiener Viktoria. Parndorf, eigentlich ein Kandidat dafür, regelmäßig in der oberen Hälfte der Tabelle zu stehen, ist mit Platz elf erstaunlich weit unten. Der Underdog aus Meidling spielt sensationell um einen Platz in den Top drei. Es herrscht Krisenstimmung im Nordburgenland, die sich durch die Niederlage weiter verschärft. Das Spiel ist auch ein Sinnbild für die derzeitige Situation beim SC Parndorf: Ein Fehler im Spielaufbau wurde schon in der dritten Minute von der Viktoria beinhart ausgenutzt. Dieser Rückstand war ein weiterer Riss im brüchigen Selbstvertrauen der Parndorfer Mannschaft. Sie rannten daraufhin über neunzig Minuten gegen die drohende Niederlage an, ohne dabei viele zählbare Chancen zu kreieren. Es drohte zeitweise sogar eine höhere Niederlage, da die Wiener Viktoria es clever spielte und durch Konter weitere Möglichkeiten auf den Sieg vorfand.

Es ist wie verhext derzeit bei den Parndorfern, und das ist auch ein Fakt, den Trainer Paul Hafner anerkennt: „Es ist so, dass wir oft in der ersten Aktion das Gegentor bekommen. Wir tun uns irrsinnig schwer, dann ein Tor zu erzielen, und das habe ich heute wieder gesehen. Das oberste Ziel muss sein, dass wir defensiv stabiler stehen – vor allem zu Spielbeginn.“ Sein Lösungsvorschlag ist hier gnadenlose Selbstreflexion: „Wir müssen alle härter zu uns sein. Jeder soll sich hinterfragen und mit unbedingtem Willen versuchen, die Probleme anzupacken und diese auch lösen zu wollen.“ Vor allem die Leistungsträger zeigten in den letzten Spielen ausbaufähige Leistungen, weshalb auch der Unmut bei den Parndorfer Fans steigt.

  Kantersieg für den Goalie: Die feiernden Sturm-Spieler hielten das Leiberl mit der Nummer 53

Ekstase bei der Viktoria

Auf der anderen Seite wiederum herrscht Ausnahmestimmung – und das im positivsten Sinne. Nach dem Abgang von Toni Polster hatte die Viktoria einen absoluten Traumstart in die Saison. Nach dem Sieg gegen Parndorf liegen die Meidlinger auf Platz sechs – nur drei Punkte hinter dem WSC auf Platz zwei und fünf hinter Marchfeld. Das ist ein Traumstart, und das ist jedem im Verein bewusst. Deshalb feierten sie auch ihren Coach Dozhghar Kadir nach dem Spiel, als ob sie aufgestiegen wären. Dieser erzählte dem stetig größer werdenden Publikum, was seine Mannschaft derzeit so speziell macht: „Was es derzeit so geil macht, ist die Harmonie und die Leidenschaft in der Mannschaft. 

Wir versuchen, in jedem Match an unsere Grenzen zu gehen und teilweise auch darüber hinaus. Das haben wir bis jetzt geschafft – und dank euch, den Fans, können wir das immer wieder schaffen!“ Wie weit sie es mit dieser Leidenschaft schaffen werden, ist zwar noch nicht abzusehen, aber der Puffer auf die Abstiegsränge tut den Vereinsfunktionären sicher gut.

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.