Nach SPÖ-Kandidatur: Gerhard Zeiler gründet „Institut 2035“

Politik

Keine vier Wochen ist es her, da ließ Gerhard Zeiler via Kronenzeitung wissen, dass er sich für die richtige Person an der Spitze der Sozialdemokratie hält. 

Wenige Tage später ließ die SPÖ Zeiler wissen, dass sie anderer Meinung ist. Nicht der 71-Jährige soll künftig die Partei führen und auch nicht Andreas Babler, der die SPÖ in die Regierung führte, sondern Finanzminister Markus Marterbauer, der 2027 das Vizekanzleramt von Babler übernehmen soll. 

Bis dahin wird Babler gemeinsam mit Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher die Geschicke der Partei führen und für einen „geordneten Übergang“ sorgen.

Und Gerhard Zeiler?

Seine Zeit als Medienmanager bei Time Warner ist eben zu Ende gegangen, dafür eine neue Zeit in seiner Geburtsstadt Wien angebrochen. 
„Ich gründe das Institut 2035“, sagt Zeiler bei einem Medientermin. Das Institut werde erst gegründet, welche Gesellschaftsform es habe, das sei noch offen. Wofür es stehen wird, indes nicht. Gemeinsam mit Experten wolle man sich den fundamentalen und essenziellen Fragen der Gesellschaft widmen – für Österreich wie Europa.

„Die weltanschauliche Basis ist sozial und wirtschaftsfreundlich“, sagt Zeiler. Er will sich den wesentlichen Themenfeldern unserer Zeit widmen, denn: „Es kommt ein Tsunami auf Europa zu.“

Es gehe essenziell darum, 

wie die Wirtschaft am Leben erhalten werden kann, 
wie dem Klimawandel begegnet wird, 
wie der alternden Gesellschaft Rechnung getragen wird in den Bereichen Gesundheit und Pflege,
wie Europa sich organisiert – nämlich in zwei Geschwindigkeiten,
und wie Bürokratie abgebaut und ein
Umgang mit KI gefunden werden kann. 

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Mit ersten Ergebnissen könne man in drei bis sechs Monaten rechnen.

Das von ihm finanzierte Institut sei dezidiert nicht die Vorstufe zu einer Partei („Ich will keine Partei gründen“), sondern „ein Think-Tank, wenn Sie so wollen“.

Was man sich genau darunter vorstellen kann, macht Zeiler mit einer Geste deutlich, indem er erst die Hände aneinander hält und dann links und rechts auf den Tisch legt. „Es gibt einen breiten Durchgang zwischen Momentum-Institut und Agenda. Es gibt die breite Mitte der Gesellschaft. Es geht auch darum, ein bisschen radikaler zu denken.“

Es gehe nicht darum, „die eine Lösung zu finden, sondern mehrere Lösungsansätze zu liefern. Die Politik muss den Menschen Zukunftsperspektiven geben, sonst werden jene Parteien gewählt, die die knalligen Botschaften, aber keine Lösungen haben – die Rechtspopulisten.“

Mit dem Kapitel SPÖ-Chef hat er auf mehrfache Nachfrage insofern abgeschlossen: „Die Frage hat sich erledigt. Ich hoffe, Marterbauer nutzt seine Chance. Sonst wird die SPÖ eine laut schreiende Opposition, die keinen Einfluss mehr haben wird.“

Die Sozialdemokratie habe noch das essenzielle Kriterium, um wieder stark zu werden. Derzeit liegt die SPÖ in Umfragen bekanntlich bei 15 Prozent. „Die Partei hat noch das entscheidende Gen: gewinnen zu wollen.“ Gelingen kann das aber nur, wenn sie sich tatsächlich verändere, so Zeiler.

„Sollte die SPÖ den Weg von Jeremy Corbyn, Jean-Luc Mélenchon oder der Linken in Deutschland gehen, dann geht sie den Weg einer Sekte, die irrelevant wird.“ 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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