
Die österreichische Drogeriekette Bipa will in den kommenden Jahren Millionen in ihre Filialen stecken und ihre Expansion in Rumänien vorantreiben.
Mehr als 100 Millionen Euro sollen von 2027 bis 2030 in Neu- und Umbauten der Standorte gesteckt werden, kündigt Bipa-International-Chef Markus Geyer an. Davon soll etwas mehr als ein Drittel in die österreichischen Standorte fließen. Hierzulande investierte die Drogeriekette, die zum deutschen Rewe-Konzern gehört, heuer bereits 10 Millionen Euro in die eigenen Filialen.
Auch in Rumänien, wo die Kette seit Jänner aktiv ist, soll kräftig in den Ausbau des Filialnetzes investiert werden. Mittlerweile gibt es 11 Standorte, bis Jahresende sollen es 18 werden.
Größere statt mehr Filialen
Im Inland gehe es nicht primär darum, die Zahl der Filialen zu erhöhen. „Unser Ziel ist es, größere Verkaufsflächen zu bekommen“, sagt Bipa-Geschäftsführerin Daniela Reumann. Dabei sollen bestehende Filialen vergrößert oder teilweise umgesiedelt werden.
Investiert wird auch in Selbstbedienungskassen, die vor allem in frequenzstarken Standorte eingeführt werden sollen. Rund 20 Prozent der Kunden würden diese nutzen, vor allem die junge Zielgruppe sei dabei sehr affin, sagt Reumann. In drei Filialen wurden sie bereits installiert, bis Jahresende sollen weitere zwei Standorte hinzukommen. Bei den Erneuerungen in den kommenden Jahren wolle man einzeln prüfen, ob sich eine Filiale für Selbstbedienungskassen eignet oder nicht.
Umsatz wächst im In- und Ausland
In den vergangenen Jahren verzeichnete Bipa einen wachsenden Umsatz. 2024 durchbrach die Gruppe erstmals die Milliardenmarke, 2025 erwirtschaftete sie knapp 1,2 Milliarden Euro. Seit 2021 wuchs der Inlandsumsatz um knapp 25 Prozent. Neben Österreich und Rumänien ist Bipa auch in Kroatien aktiv, wo demnächst die 150. Filiale aufsperren soll. Dort stieg der Umsatz seit 2021 um 70 Prozent.
Das Wachstum führt Geyer auf mehr Filialen und eine wachsende Kundenfrequenz zurück. Preisgetrieben sei es nicht: Denn 2025 seien die Preise auf das gesamte Produktsortiment gerechnet um ein Prozent gesunken, bis Ende September seien es erneut minus 0,6 Prozent gewesen. Bipa setze etwa auf Rabattaktionen, 1+1-Aktionen oder Großpackungen. „Wir nehmen die Themen auf, die wir von der Industrie bekommen und wollen diese an die Kunden weiterleiten“, sagt Bipa-Geschäftsführerin Margit Reisinger.
Anders als die Rewe-Supermarktkette Billa will Bipa weiterhin an den beliebten 25-Prozent-Rabattpickerl festhalten. „Wir entwickeln alle unsere Aktionen ständig weiter. Aber hier sind aktuell keine Veränderungen geplant“, so Reisinger.
Eigenmarken werden zum größten Wachstumstreiber
Wachstumstreiber bei Bipa sind die elf Eigenmarken, die nach Angaben des Konzerns im Vorjahr zweistellig zulegten. Besonders gefragt waren dabei Artikel aus dem Bereich Gesichtspflege (plus 60 Prozent), Inkontinenzartikel (plus 22 Prozent) sowie Haushaltsprodukte (plus 17 Prozent). Auch Sporternährung und Nahrungsergänzung seien sehr gefragt gewesen, weshalb die Kette das Gesundheitssortiment in mehr als 300 Filialen ausgebaut hat. In diesem Segment ist bereits rund ein Viertel der Produkte von einer Bipa-Eigenmarke. Auch die Makeup-Marke der Drogeriekette soll bis Jahresende um etwa 100 neue Produkte auf insgesamt 450 ausgebaut werden.
Bipa ist hierzulande mit 570 Filialen und über 4.000 Beschäftigten vertreten. Der Drogeriehandel ist ähnlich stark konzentriert wie der Lebensmittelhandel. Fast 90 Prozent der Konsumausgaben im Drogeriebereich würden bei den drei Unternehmen Bipa, dm und Müller landen, so Regiodata Research.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



