Nach dem 1:0 über Marseille: Die Gründe eines Sturm-Hochs

Sport

„Was die Mannschaft in der momentanen Konstellation leistet, ist unglaublich und gibt Genugtuung“, sagte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch nach dem 1:0 über Olympique Marseille. Der erste Sieg in der laufenden Liga-Phase der Europa League brachte die Grazer unter die Top 20.  

Viele Ausfälle, die schwere Verletzung von Goalie Daniil Chudjakow im Spiel gegen den GAK – und beim Aufwärmen musste auch noch Jürgen Heil passen, der damit zum Ausfall Nummer neun wurde. Zumindest da kam bald Entwarnung. Dennoch kämpft sich Sturms „Restkader“ derzeit von Sieg zu Sieg. Und vor allem ist eines spürbar: Der große Zusammenhalt in der Mannschaft, der Sturm auch in Meisterjahren nicht immer ausgezeichnet hat. 

Dass die Spieler nach dem Sieg über die Franzosen ein Transparent mit dem Namen ihres verletzten Torhüters Richtung Fansektor hielten, zeichnet das neue Bild. „Ich habe noch nie mit so einer charakterstarken Mannschaft gearbeitet“, sagte Ingolitsch schon nach dem 6:1 gegen den GAK. 

Dass jeder für jeden kämpfen will, zeigt auch die Reaktion von Torschützen Oumar Diakite (13. Minute), den Ingolitsch in der Pause in der Kabine ließ. Der Ivorer war keineswegs erfreut, wollte unbedingt weiterspielen. „Ich habe aber gespürt, dass er am Ende etwas leer war. Außerdem brauche ich ihn in den nächsten Wochen“, erklärte Ingolitsch, der betont, dass Diakites Reaktion ein positives Zeichen ist. „Aber bei dieser Personalsituation und dem dichten Programm will ich kein Risiko eingehen.“

Endlich der gesuchte Torjäger

Diakite ist aber ein Baustein zum Erfolg. Im siebenten Spiel für Sturm traf er zum siebenten Mal. Dabei spielte der 22-Jährige nie durch – kam manchmal erst spät in die Mannschaft. Zum Vergleich: Sturms beste Angreifer trafen in der Vorsaison vier Mal. 

  Kein Selbstläufer: Warum Salzburg-Trainer Röhl vor Celje warnt

Wett macht man die hochkarätigen Ausfälle, wie beispielsweise jenen von Otar Kiteishvili, der noch länger fehlen wird, mit „einer klaren Spielphilosophie, da sind Ausfälle eins-zu-eins leichter zu ersetzen“, sagte Ingolitsch. „Gegen Marseille hat diese junge Mannschaft alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“ Überragend war einmal mehr der erst 17-jährige Luca Weinhandl, der den Siegestreffer gegen Marseille ideal vorbereitete. 

Und angetrieben wird die Mannschaft vom zwölften Mann. „Die Fans sind einfach fantastisch“, sagt Simon Seidl, der erneut eine Topleistung bot. Ob sie besser sind als jene von Rapid, wo sein Bruder Matthias spielt? „Mein Bruder wird es anders sehen, ich sage ‚ja’“, schmunzelt der Salzburger. Und zum dichten Programm sagt Simon Seidl: „Ich habe nichts dagegen.Oft ist es schöner zu spielen als zu trainieren.“

Dichtes Programm

Einfacher wird es ohnehin nicht, wenngleich die ganz großen Kaliber derzeit nicht zu bezwingen sind. Am Sonntag kommt Ried nach Graz, nächsten Donnerstag wartet das Cup-Spiel in Lustenau, am 1. November müssen die Steirer zum derzeitigen Schlusslicht Wolfsberg, ehe Celje nach Graz kommt (5. November). Die Slowenen knöpften am Donnerstag beim 2:2 gegen Salzburg in der Schlussphase noch einen Punkt ab. 

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.