„Es wird vermisst werden“: New York verbietet Pferdekutschen im Central Park

Politik

Wegen der Gefahren für Mensch und Tier sollen ab 2028 keine Pferdekutschen mehr durch den Central Park in New York fahren dürfen. Damit soll eine Tradition zu Ende gehen, die in der Metropole am Hudson River gut 150 Jahre Bestand hatte. Auf den Gesetzesentwurf hatten sich der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani und die Vorsitzende des New Yorker Stadtrats, Julie Menin, geeinigt. 

Nach dem dramatischen Tod eines 18-jährigen indischen Touristen im Sommer, der mit seiner vierköpfigen Familie auf einer solchen Kutschenfahrt war, beschloss der Stadtrat nun, die beliebte Touristenattraktion schrittweise bis zum 1. Juli 2028 zu verbieten.

Über den Unfallhergang gibt es verschiedene Versionen. Das Pferd der Kutsche mit der indischen Familie war offenbar in Panik geraten und ausgebrochen. Ob der 18-Jährige seiner Mutter hinterher sprang, als sie aus der Kutsche geschleudert wurde, oder ob er selbst hinausgeschleudert und dabei schwer verletzt wurde, ist unklar. In der Nähe des traditionsreichen Restaurants „Tavern on the Green“ kollidierte die Kutsche mit einer anderen und stürzte um. Das Opfer, Romanch Mahajan, verstarb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Die Gewerkschaft argumentierte, der Fahrer sei unerlaubt abgestiegen, um ein Foto von der Familie zu machen. In diesem Moment habe sich das Tier namens Samson losgerissen und sei davongesprintet.

Schon früher hatte es immer wieder Unfälle gegeben, bei denen aber meist die Pferde verletzt wurden oder gar starben. Beispielsweise starb eine Woche vor dem tragischen Unfall des Inders ein Pferd, nachdem es eine für die Tiere giftige Pflanze gefressen hatte, berichtete der Spiegel.

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Noch 150 Fahrer

Derzeit gibt es noch rund 150 Kutschenfahrer im Park. Sie sollen Gäste künftig in speziellen Rikschas durch den Park fahren dürfen, schlug Menin vor. Die Übergangszeit soll den Kutschern jedenfalls ermöglichen, einen neuen Job zu finden. Die zuständige Gewerkschaft – die Transport Workers Union Local 100 – will das Verbot vor Gericht anfechten. Daher ist derzeit offen, ob das Verbot wirklich Bestand haben wird und was eigentlich mit den Pferden geschieht.

Das Thema erhitzt in New York schon viele Jahre lang die Gemüter. Tierschützer hatten immer wieder Initiativen gegen die Kutschenfahrten gestartet, die aber in der Vergangenheit versandeten. Die Kutschenbetreiber streiten ab, dass die Tiere überarbeitet und schlecht untergebracht sind. Sie argumentieren, dass die Immobilienbranche hinter dem Verbot stecke, weil sie hoffe, die Ställe an der Westseite Manhattans in teuer zu verkaufende Appartements umbauen zu können.

Trump dagegen

Trump, ein deklarierter Gegner von Bürgermeister Mamdani, stellte sich umgehend auf die Seite der Befürworter der Kutschenfahrten. Das Ende der „fundamentalen New-York-Erfahrung“ sei „so traurig“, schrieb der in New York geborene US-Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Und: „Es war eine großartige Tradition. Ein weiteres Stück Geschichte, das verschwindet. Es wird vermisst werden.“

Nach einem Bericht der Zeit kostet eine Kutschenfahrt von 45 Minuten derzeit 150 US-Dollar. Möchte man die Fahrt mit einem Heiratsantrag verbinden, dann werden mehrere Hundert US-Dollar fällig.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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