
Fünf von zehn Weltcup-Riesentorläufen hat Julia Scheib im vergangenen Winter gewonnen und sich damit die Kugel gesichert. Am nächsten kamen der jetzt 28-Jährigen Camille Rast (SUI), Sara Hector (SWE), Mikaela Shiffrin (USA), Alice Robinson (NZL) und Paula Moltzan (USA). In Sölden will die Vorjahressiegerin am Samstag (10.00/13.00/live ORF 1) „frisch“ losstarten. „Es gibt sehr viele Favoritinnen. Ich habe schon andere gesehen und bin nicht die Einzige, die schnell sein kann.“
„Kein schnellerer Schwung, aber konstanter“, bescheinigt Gruppentrainer Martin Sprenger der Steirerin eine Steigerung über den Sommer. Die Erfolgsserie im vergangenen Winter sei nicht absehbar gewesen. „Ich wusste, sie ist gut, aber sie war noch sehr fehleranfällig und zu ungestüm. Julia hat sich brutal entwickelt. Sie hat nun das Gefühl einzuschätzen, was sind 60 Prozent und was 80, wie viel es braucht. 60 sind nicht genügend, 80 sind perfekt.“
Mit größerer Konstanz könne sie besser angreifen und noch mehr das Limit suchen, erzählte Scheib. Auf dem Rettenbachferner wartet mit dem Steilhang beispielsweise eine Passage, wie sie sonst nicht im Weltcup zu finden ist. „Da musst du exakt fahren. Ein Fehler, dann brauchst du ein paar Tore, bis du wieder auf Linie bist. Der Schlüssel ist die Ausfahrt ins Flachstück.“ Sölden habe sie in der Vergangenheit auch schon abgeworfen. Letztes Jahr habe sie versucht, anders ranzugehen. „Das ist mir sehr gut gelungen, das habe ich mitgenommen.“
Neuer Teamspirit und interner Konkurrenzkampf
Zweitbeste Österreicherin in der Disziplinwertung 2025/26 war weit zurück als 17. Stephanie Brunner, die dann folgenden Nina Astner (24.) und Katharina Liensberger (28.) fehlen beim Auftakt nach Verletzungen. Die immer wieder von solchen zurückgeworfene Brunner hinterließ im Training einen guten Eindruck, Sprenger sieht bei ihr – auch dank der Zusammenarbeit mit Mentalcoach Mathias Berthold – eine neue Herangehensweise. Gefallen hat auch Victoria Olivier, die wie auch die Debütantinnen eine hintere Startnummer angezogen bekommt. „Schauen wir, was passiert. Das Mittelfeld fehlt uns“, meinte Sprenger und sprach das Verletzungspech an, das auch Lisa Hörhager (Knöchel) erneut ereilte.
Absolut positiv aufgenommen wurde die Gruppen-Umstrukturierung und Aufnahme von Speedfahrerin Nina Ortlieb. „Es ist ein sehr guter Teamspirit. Da sind wir, glaube ich, eine Vorzeigegruppe. Ich kann auch von der einen oder anderen was lernen. Für mich ist es cool, wenn ein Austausch ist und Fragen gestellt werden. Es ist auch in meinem Sinne, dass andere weiter vorkommen“, sagte Scheib. Ortlieb sei auch abseits der Piste ein hilfsbereiter Mensch. „Sie gibt gute Tipps im Speedbereich, hat ein irrsinniges Gefühl in langen Kurven.“
Ortlieb habe die Gruppe zusammengeschweißt, sie sei sehr sozial und reiße alle mit, erklärte Sprenger. „Im Training schauen alle mehr aufeinander und voneinander ab. Letztes Jahr haben sie nicht aufgepasst, was Julia macht, heuer passen sie auf und Julia wird gefordert“, sagte der Riesentorlauf-Trainer und sprach auch wegen der Super-G-Ambitionen von Scheib von einer Win-win-Situation, die die neue Gemeinschaft mit sich bringt.
Vier Sölden-Debütantinnen
Interne, gesunde Konkurrenz bringe jede einen Schritt vorwärts, ist die Überzeugung von Frauen-Cheftrainer Johannes Zöchling. „Genau das macht es aus, der Austausch untereinander hilft weiter. Wir reisen als Team, wir trainieren als Team. Da kann man sich ruhig …read more
Source:: Kurier.at – Sport



