Rollstuhltennis in Wien: „Da können sich viele eine Scheibe abschneiden“

Sport

Dass die Erste Bank Open bei den Herren ein internationales Top-Turnier mit hervorragendem Ruf geworden sind, ist nicht erst seit der Teilnahme von Top-Stars wie Alexander Zverev und Carlos Alcaraz bekannt.

Auch im Rollstuhltennis sorgt das Turnier für neue Maßstäbe. Österreichs Aushängeschild Nico Langmann kennt den Vergleich und fand vor dem Start des Rollstuhl-Bewerbes am Donnerstag lobende Worte: „Es ist so cool, dass man bei so einem Weltturnier auch mit Rollstuhltennis nachziehen kann. Uns wurde von Anfang an gesagt, dass wir nicht nur Side-Event sind, sondern Teil der Erste Bank Open. Davon können sich viele eine Scheibe abschneiden.“

Bei den Erste Bank Open hat Langmann jedenfalls Konkurrenz aus dem eigenen Land bekommen. Mit dem 18-jährigen Vorarlberger Maximilian Taucher ist ein zweiter Österreicher im Achterfeld des Turniers. Taucher spielte seine erste Saison bei den Erwachsenen und startete gleich voll durch. Bei den Staatsmeisterschaften setzte er sich sogar gegen Langmann durch.

Taucher sah Langmann 2015 erstmals zu

Damit schloss sich ein Kreis. Denn bei den Staatsmeisterschaften 2015 in Vorarlberg holte ein gewisser Nico Langmann seinen ersten Titel. Taucher war damals sieben Jahre alt. „Ich war zuschauen und hab danach meinem Papa gesagt, dass ich Tennis spielen will.“

Jetzt kam er als dreifacher Turniersieger nach Wien und darf sich am Donnerstag in der Marx-Halle mit Alfie Hewitt, 37-facher Grand-Slam-Sieger und Nummer 2 der Welt, messen. An Selbstvertrauen mangelt es Taucher jedenfalls nicht. Immerhin ist er auch sechsfacher Junioren-Grand-Slam-Sieger (dreimal Einzel, dreimal Doppel): „Ich liebe gute Gegner. Der Sprung auf die Erwachsenentour war riesig. Aber mit großem Ehrgeiz ist alles möglich. Das war schon ein ziemlich gutes Jahr.“ Von den großen Stars des Rollstuhltennis könne er sich noch einiges abschauen. „Da geht es vor allem um die Kombination aus Fahren und Schlagen“, erklärt Taucher.

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Die Profis

Der 29-jährige Nico Langmann ist „happy“, dass er mit Taucher einen starken Konkurrenten bekommen hat. Die beiden sind unter den 30 bis 40 Rollstuhltennisspielern in Österreich die einzigen Profis. Ob man davon leben kann? „Sicher, sonst würde daheim ja der Exekutor auf mich warten“, sagt Langmann scherzend. Das Leben eines Profis sei ähnlich dem eines Spielers auf der ATP-Tour. „Nur mit etwas weniger Glamour. Wir haben auch jede Woche zwei bis drei Turniere zur Auswahl und spielen circa 25 bis 30 Turniere im Jahr.“

Langmann startet am Donnerstag gegen den Italiener Luca Arca. Turnierdirektor Herwig Straka lädt die Fans ein, am Donnerstag in die Marxhalle zu kommen. „Es beginnt der Rollstuhlbewerb, das Parade-Doppel Miedler/Oberleitner ist dort und zwei Top-10-Spieler werden im Einsatz sein.“

Das Finale findet übrigens am Samstag in der Stadthalle direkt vor den Semifinal-Spielen des ATP-Turniers statt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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