Wie Förderungen Beschäftigte im Tourismus halten sollen

Wirtschaft

Der heimische Tourismus schreibt einen Nächtigungsrekord nach dem anderen. Gleichzeitig leidet die Branche unter einer angespannten Personalsituation. Um diese einzudämmen, hat die Bundesregierung den Tourismusbeschäftigtenfonds ins Leben gerufen, der die Branche für Beschäftigte attraktiver machen soll.

Rund 230.000 Menschen arbeiten in Österreich durchschnittlich in Hotellerie und Gastronomie, in der Hochsaison sind es deutlich mehr. Die Branche ist geprägt von einer hohen Fluktuation. „Wer in den Tourismus einsteigt, bleibt dort oft nicht sonderlich lange“, sagt Anna Burton, Vorstandsmitglied des Tourismusbeschäftigtenfonds und Wifo-Ökonomin. Damit gingen Erfahrung und Qualität verloren.

Qualifikation, Wiedereinstieg und Sicherung von Beschäftigung

Durch den Fonds gefördert werden Beschäftigte etwa in Küche, Service, Rezeption oder Reinigung. Das Angebot umfasst drei Bereiche: Qualifikation, Wiedereinstieg und die Sicherung von Beschäftigung. Dafür gibt es unter anderem Tourismusstipendien, Lehrlingsprämien, Kursgutscheine und Zuschüsse zur Kinderbetreuung.

Bis 2028 stehen dafür jährlich 6,5 Millionen Euro zur Verfügung. Danach soll der Fonds evaluiert werden. Das Geld wird steuerfrei direkt an die Beschäftigten ausbezahlt.

Geringe Qualifikation in der Branche ist problematisch

Ein Schwerpunkt liegt auf der Qualifikation. Die Grundqualifikation der Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie sei im Durchschnitt „sehr gering“, sagt die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende und Vida-Generalsekretärin Anna Daimler. Auch mangelnde Deutschkenntnisse seien in vielen Betrieben ein Thema. Rund 60 Prozent der Beschäftigten im Tourismus haben einen Migrationshintergrund.

Höhere Qualifikation könne das Risiko für Arbeitslosigkeit nachweislich senken, so Daimler. Beim Tourismusstipendium übernimmt der Fonds die Hälfte der Aus- und Weiterbildungskosten überbetrieblicher Kurse, maximal 5.000 Euro pro Person. Daimler appelliert an die Betriebe, die restlichen Kosten zu übernehmen und Weiterbildungen während der Arbeitszeit zu ermöglichen.

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Kinderbetreuung für Arbeitnehmer ermöglichen

Um bestehende Beschäftigung abzusichern, können Arbeitnehmer zudem bis zu 300 Euro pro Kind und Monat für Kinderbetreuung erhalten. „Mit dem Förderangebot soll es für die Beschäftigten attraktiver werden, in ihrem Beruf zu bleiben“, sagt Daimler.

Die Antragstellung erfolgt online unter https://www.tourismusfonds.at/. Laut Geschäftsführer Markus Hafner-Auinger kann online innerhalb einer Minute vorgeprüft werden, ob eine Förderung infrage kommt. Der eigentliche Antrag soll in weniger als zehn Minuten erledigt sein. Die Plattform ist derzeit in fünf Sprachen verfügbar. Die Bearbeitung soll maximal zwei bis vier Wochen dauern.

Künftig könnte es Förderungen für Arbeitslose geben

Nicht ausgeschöpfte Fördermittel aus dem Jahr 2026 können ins Folgejahr übertragen werden. Künftig soll das Angebot zudem auf Beschäftigungslose ausgeweitet werden. Dafür laufen Gespräche mit dem Arbeitsmarktservice (AMS), um insbesondere wiederkehrende Arbeitslosigkeit außerhalb der touristischen Hauptsaison zu reduzieren, berichtet Burton.

Dass der Fonds die strukturellen Probleme der Branche alleine lösen kann, erwartet auch die Ökonomin nicht. „Er wird nicht alle strukturellen Probleme der Branche lösen können, aber er ist ein Instrument, um den Tourismus für Beschäftigte insgesamt attraktiver zu machen.“ Auch Daimler verweist auf die begrenzten Mittel: „Wir wissen aber auch, dass wir bei den verfügbaren Mitteln pro Beschäftigten natürlich eingeschränkt sind.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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