FC Wacker gegen Wattens: Das Duell der vertrauten Lokalrivalen

Sport

Gerade einmal 17 Kilometer sind es von Innsbruck nach Wattens. So eine große Nähe sorgt im Fußball normalerweise für eine gewisse Distanz und ist häufig der Stoff, aus dem die großen Rivalitäten sind. Zumindest wäre das wahrscheinlich überall anders so.

Wenn sich am Mittwoch im ÖFB-Cup-Achtelfinale freilich Zweitligist FC Wacker Innsbruck und Bundesligist WSG Tirol gegenüberstehen (18 Uhr, live ORF1), dann braucht es kein großes Polizei- und Sicherheitsaufgebot wie vor zwei Wochen beim Ligamatch FC Wacker – Austria Salzburg, dem wahren weil hochemotionalen Westderby.

Prestigeduell

Das Lokalderby Wacker Innsbruck gegen die WSG Tirol aus Wattens geht heutzutage maximal als Prestigeduell durch. Weil jener Verein, der immer nur der kleine Bruder war, plötzlich dem etablierten Klub den Rang abgelaufen hat. Zumindest sportlich. 

Seit 2019 ist die WSG Tirol die Nummer 1 in Tirol. Trotz aller Bemühungen und einem Namenswechsel von WSG Wattens zu WSG Tirol ist es den rührigen Wattenern nie gelungen, die Tiroler Fußballfans richtig in den Bann zu ziehen.

15.000 Tickets weg

Demgegenüber steht der FC Wacker, der auch nach dem Zwangsabstieg in die 5.Liga (2022) die Anhänger in Scharen anlockt und seither das ganze Fußballland bewegt. 

24 Stunden vor dem Anpfiff des Cup-Duells mit WSG Tirol waren 15.000 Tickets weg – zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen könnte das Tivolistadion ausverkauft sein.

1 Stern für 10 Meistertitel

Dass heute überhaupt so ein Tamtam um den FC Wacker Innsbruck herrscht, ist übrigens nicht zuletzt auch Wattens zu verdanken. Das schwarz-grüne Trikot des FC Wacker ziert unübersehbar ein Stern – in Fußballerkreisen das prestigeträchtige Symbol für den Gewinn von 10 Meistertiteln.

  Highlight in Wien: Alcaraz nach einem Superspiel im Achtelfinale

Streng genommen schmückt sich der Innsbrucker Traditionsverein da mit fremden Federn. Ohne die sportlichen und finanziellen Assists aus Wattens wäre Wacker heute nie zehnfacher Meister.

Der Hochzeit in den 1970er-Jahren liegt eine Spielgemeinschaft mit WSG Wattens zugrunde. Als SSW Innsbruck (Spielgemeinschaft Swarovski Wacker Innsbruck) war Innsbruck 1972, 1973, 1975 und 1977 die Fußball-Hauptstadt von Österreich.

Legenden wie Friedl Koncilia, Roland Hattenberger, Helmut Siber oder Schani Skocik verstärkten damals via Wattens den FC Wacker.

Auch die beiden Meistertitel in den 1980er-Jahren und der Einzug ins UEFA-Cup-Semifinale (1986/’87) waren in Wahrheit Made in Wattens. Gernot Langes Swarovski, der Vater der jetzigen WSG-Präsidentin, rief mit dem Swarovski-Konzern den FC Tirol ins Leben, der weitere Trophäen zur turbulenten Klubgeschichte des FC Wacker beitrug.

Rettung nach Konkurs

Auch nach dem zehnten und bislang letzten Meistertitel (2002) sprang Wattens in die Bresche. Die SPG Wacker Tirol / Wattens sicherte den Fortbestand des Profifußballs, nachdem der FC Tirol nach dem Konkurs in der 3.Liga aufgeschlagen war.

All diese engen Verflechtungen über Jahrzehnte werden ein Mitgrund dafür sein, dass die Rivalität zwischen diesen beiden Vereinen überschaubar ist. Und gut möglich, dass darin auch das fehlende Interesse an dem Klub aus Wattens begründet ist: Weil die WSG vielerorts nur als Juniorpartner der Innsbrucker gesehen wurde.

Zumindest sportlich sind die Rollen klar verteilt. Alles andere als ein Sieg der WSG Tirol gegen schwächelnde Innsbrucker wäre eine große Überraschung.

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.