
Es braucht nicht wirklich viel, dass Manuel Feller körperlich an seine Grenzen stößt. „Stehen, Sitzen, Autofahren“, doziert der Skistar.
Bei diesen alltäglichen Tätigkeiten vergeht ihm traditionell Hören und Sehen. Je länger er sitzt, umso weniger kann er sich rühren. „Das ist für mich viel schlimmer als Trainieren. Bewegung bringt mir mehr, als nur still dazusitzen.“
Manuel Feller, 34, hat ein Kreuz mit dem Kreuz. Und das liegt jetzt keineswegs an seinem fortgeschrittenen Slalomläuferalter, vielmehr begleiten den Tiroler die chronischen Bandscheibenprobleme schon durch die gesamte Karriere.
„Mit 19 hatte ich den ersten Bandscheibenvorfall“, erzählt der Gewinner von sieben Weltcuprennen. „Damals war’s fast schwieriger, weil ich noch nicht gewusst habe, was auf mich zukommt.“ Inzwischen ist er leidgeprüft und abgehärtet zugleich.
Unterm Messer
Im vergangenen Winter stieg Feller nach den Olympischen Spielen aus, um sich dem x-ten Eingriff an der beleidigten Wirbelsäule zu unterziehen. Es folgte im Sommer ein weiterer Bandscheibenvorfall, der dem Fieberbrunner zwischenzeitlich richtig den Nerv zog.
„Es gab schon Tage, an denen ich mir gedacht habe: ,Warum tust du dir den Scheiß noch an?’“
Mit Spaß
Die Antwort ist relativ einfach: Weil Feller das Leben als Rennläufer immer noch Freude bereitet und er sicher nicht als Patient abdanken will. „Ich bin es dem Sport schuldig, dass ich meine Karriere nicht so abschließe, wie die letzten beiden Jahre waren. Ich möchte noch zwei Saisonen mit Spaß Skifahren.“
Wichtige Lehren
Der persönliche Spaßfaktor steigt mit dem Sinken des Schmerzlevels. Manuel Feller hat seine Lehren aus den vielen Rückschlägen gezogen. Eine wichtige Erkenntnis dabei lautet: Weniger ist mehr.
Mit seiner Vorgeschichte und seinen 34 Jahren muss sich der Routinier im Training zurückhalten und in seinen Körper hineinhorchen. „Es ist zach, wenn man für Fleiß mit Schmerzen bestraft wird.“
Dabei sein ist nicht alles
In Absprache mit den Betreuern hat Feller auch entschieden, dass das olympische Motto für ihn keine Gültigkeit mehr hat. Dabei sein ist nicht alles. „Wir stellen ihn sicher nicht auf, nur damit er am Start steht. Es macht nur Sinn, wenn Felli um den Sieg mitfahren kann“, betont ÖSV-Chefcoach Marko Pfeifer.
Ohne Schmerzen
Das lässt ein Antreten in zweieinhalb Wochen beim ersten Saisonslalom in Levi (FIN) unrealistisch erscheinen. Manuel Feller hat erst vor wenigen Tagen wieder das Stangentraining aufgenommen, er kann längst nicht mehr die Umfänge trainieren wie seine Kollegen.
Schwerpunkt im Jänner
Andererseits hat ihn das noch nie gestört oder gebremst. Es sei nur an seinen Gewinn im Slalom-Weltcup in der Saison 2023/’24 erinnert oder an seinen emotionalen Heimsieg im Jänner am Ganslernhang in Kitzbühel.
„Ich erwarte nicht, dass ich um die Kugel mitfahre“, erklärt Manuel Feller. Seine Zeit kommt dann im Jänner, dem Monat der Slalomfahrer mit all den Klassikern von Adelboden bis Wengen, von Kitzbühel bis Schladming.
„Darauf liegt mein Fokus“, erklärt er. Nachsatz: „Ich werde definitiv nicht mit Schmerzen am Start stehen.“
Source:: Kurier.at – Sport



