Serie „Wake Up“: Luna Jordans letzte Rolle

Kultur

Es ist ein unbeschwerter Ausflug zweier Schwestern, der zur Tragödie wird. Beim Skifahren stürzt Clara (Alicia von Rittberg) schwer und liegt seitdem im Koma. Die jüngere Emilia (Luna Jordan) hat auch zwei Jahre danach daran zu knabbern – schließlich hat sie ihrer Schwester vor dem Sturz noch einen kleinen Schubser gegeben. Nun plagen sie Gewissensbisse. Doch dann kommt Emilia mit einer neuen medizinischen Technologie in Kontakt, die Clara helfen könnte.

Die deutsche Serie „Wake Up“ (zu sehen ab heute, Mittwoch, 21.45 Uhr bei ZDFneo) beleuchtet in sechs Folgen unseren Umgang mit Trauer und Verantwortung. Die Handlung basiert dabei lose auf dem Sci-Fi-Roman „Husk“ von J. Kent Messum, die Serie wurde beim Filmfest München ausgezeichnet. Für Luna Jordan, die als Emilia zu sehen ist, war es ihre letzte Rolle: Die Schauspielerin, die für ihre Darstellung im Kinofilm „Fuchs im Bau“ (2020) mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, starb im Mai unerwartet im Alter von 25 Jahren – kurz vor Fertigstellung der Serie.

In „Wake Up“ beeindruckt sie noch einmal, als junge Frau zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Weil sie Geld braucht, nimmt Emilia an einer medizinischen Studie teil. Dabei sollten ihr Nanobots injiziert werden, mit deren Hilfe sie ihre Angst vor Spinnen loswerden könnte. Doch bei dem Versuch kommt etwas ganz anderes zutage: Die Erfindung ermöglicht es, das Bewusstsein eines Menschen kurzzeitig in einen anderen Körper zu verpflanzen. Für Emilia ist klar: So könnte ihre Schwester Clara gerettet werden, die langsam immer schwächer wird.

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Zweifel

Wissenschafterin Hevi (Aybi Era) hat zunächst Bedenken, die Nanobots bei einer im Koma liegenden Patientin auszuprobieren, stimmt dann aber doch zu. Nicht zuletzt, weil ihr die toughe Firmenchefin und Schwiegermutter Josephine Nansen (Désirée Nosbusch) im Nacken sitzt – und droht, die Finanzierung für ihre Forschung abzudrehen, wenn sie keine Ergebnisse liefert. Tatsächlich macht Hevi mit ihrem Team schon bald Fortschritte: Bei nächtlichen Besuchen im Krankenhaus versuchen sie, Claras Bewusstsein in Emilias Körper zu verfrachten. Doch die Technologie birgt ihre Risiken – und hinterlässt Spuren bei den Frauen.

Wenn die Geschichte rund um die Nanobots auch nicht immer auf ganzer Linie überzeugt, so tut es die Performance von Luna Jordan: Einfühlsam verkörpert sie die unterschiedlichen Charaktere in Emilias Körper, aber vor allem Emilia selbst, die sich langsam mit dem Vergeben und Abschiednehmen auseinandersetzen muss.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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