
Parodiehafte Nazis à la „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ waren jetzt länger nicht in Mode. In der neuen Serie „Gnomes – Angriff der Killerzwerge“ haben sie mal wieder einen Auftritt. Und man ahnt: Es geht nicht gut aus. Der Krieg ist fast verloren, aber Hitler erhofft sich die finale Hilfestellung von einer Statue. Und das ist die Gartenzwergkönigin. Die wird nur mit dem Blut einer Jungfrau zum Leben erweckt. Aber natürlich hat sie Eigeninteressen. Und eine magische Axt. Es gelingt gerade noch, die Königin mit einem Zauberspruch wieder einzufrieren.
Bis viele Jahrzehnte später eine australische Kleinstadt mit einem sehr ausgeprägten Faible für Gartenzwerge die Skulptur für das Festival „Gnome-a-Palooza“ ausborgt. Und da findet die Königin eine ganze Armee von zwergischen Untertanen, die sie zum Leben erweckt und zum Gemetzel gegen die Bewohner anstiftet. Diese Grusel-Comedy-Serie mit Asa Butterfield („Sex Education“), in der ZDF-Mediathek abrufbar, ist ein kleines Humorjuwel, das etwa Freunde der Zombiesatire „Shaun of the Dead“ erfreuen wird.
Traumatisierte Mutter
Nicht so lustig geht es bei „Crystal Lake“ zu – einer von zwei aktuellen Serien, die auf bereits bekanntem Horror fußen (die zweite ist „Carrie“, der KURIER berichtete). Auf HBO Max ist diese Prequel-Serie zur Horrorfilmreihe „Freitag, der 13.“ gestartet. Es beginnt schon reichlich blutig. Eine Frau, so blutverschmiert, dass man sie kaum erkennt, blickt verzweifelt in einen Spiegel und fitzelt sich dann einen abgebrochenen Zahn aus ihrer ebenfalls rotglitschigen Hand. Erst später wird man erfahren, dass diese Frau Pamela Voorhees ist – die Mutter des massakrierenden Mörders mit der Eishockeymaske – und selbst auch kein Unschuldslamm. Die Serie zeigt die Vorgeschichte: Jason wird bei einem Feriencamp am Crystal Lake wegen seiner Kopf-Missbildung gemobbt, was ihn dazu verleitet, weiter in den See hinauszuschwimmen als erlaubt. Dort ertrinkt er, seine Leiche wird nie gefunden, seine Mutter ist traumatisiert. Das ist aber bald ihr kleineres Problem, als falsche Polizisten vor ihrer Tür stehen. „Crystal Lake“ ist der Versuch, einer der wenigen weiblichen Protagonistinnen der Slashergenre-Geschichte eine plastische Vergangenheit zu geben. Hardcore-Fans wird es vielleicht ein bisschen zu analytisch sein.
Folklore-Hexe
Zum Subgenre „Mysteriöse Kleinstadt hat was zu verbergen“ gehört die Serie „Yaga“ auf HBO Max. Eine Hexe aus der slawischen Folklore treibt da ihr Unwesen. Zunächst geht es aber um einen gewöhnlich wirkenden Vermisstenfall, eine pflichtbewusste Polizistin und einen durchtriebenen Privatdetektiv, der sich mehr für hübsche Frauen als für seine Arbeit interessiert. Dabei gibt es ganz schön viel nackte Haut zu sehen, u. a. von „Heated Rivalry“-Star Hudson Williams in einer Doppelrolle. Den dünnen Plot kann das aber auch nicht auffetten.
Für intelligente Schauer-Unterhaltung mit Witz ist nach wie vor Golden-Globe-Abräumer „Widow’s Bay“ eine Empfehlung (Apple TV). Und wer sich die Gänsehaut noch aufhebt bis 7. November, der wird mit der 13. Staffel von „American Horror Story“ belohnt. Da schlachtet endlich wieder einmal ein Horrorclown.
Source:: Kurier.at – Kultur



