Schwedisches Start-up will Europa mit KI-Browser Schub geben

Wirtschaft

Als kleines Unternehmen oder gar Ein-Personen-Unternehmen droht man oft, in Arbeit zu ertrinken. Manche Tätigkeiten könnte man aber relativ einfach durch Künstliche Intelligenz erledigen lassen. Ein schwedisches Start-up hat nun einen Browser veröffentlicht, der die Nutzung von KI-Agenten möglichst einfach machen will. Im Strawberry Browser kann man sogenannte „Companions“ etwa darauf ansetzen, Recherchen im Internet durchzuführen und Berichte in Dokumenten- oder Tabellenform abzuliefern.

Tätigkeiten lernen und selbstständig ausführen

Man kann die niedlichen Avatare auch beauftragen, selbstständig E-Mails zu verschicken und Termine auszumachen. Companions können Routine-Abläufe, die man selbst im Browser durchführen würde, lernen und sie anschließend selbstständig durchführen. Ist man bei häufig genutzten Diensten, etwa Google Drive, eingeloggt, können Companions diese nutzen.

Die KI-Agenten sollen zu Teammitgliedern werden, zu virtuellen zusätzlichen Mitarbeitern. Den Browser als Schnittstelle dafür zu wählen, lag für Charles Maddock auf der Hand: „Als Web-Entwickler wurde mir bewusst, dass der Großteil der Arbeit im Browser stattfindet. Dort lebt unsere Arbeit.“ Maddock ist Teil des jungen Gründungsteams von Strawberry Browser. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit ist das Programm seit 26. Oktober als Gratis-Download erhältlich.

6 Millionen Euro aufgestellt

Zahlreiche Tester, die den Browser bereits als Beta-Version ausprobiert haben, zeigen sich begeistert. Das Projekt wird auch von namhaften Investoren unterstützt. Risikokapitalgeber wie EQT Ventures und General Catalyst haben insgesamt 6 Millionen Euro investiert.

Zielgruppe für den Browser sind „Unternehmer, die wirklich expandieren wollen, aber nicht das Budget für Mitarbeiter haben“, erzählt Maddock dem KURIER. Vor allem in den Bereichen Marketing, Verkauf oder Personalmanagement, aber auch bei Forschung und Entwicklung, IT und im Kunden-Support soll der Strawberry Browser hilfreich sein.

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Schlümpfe pflanzen Erdbeeren an

Der Name ist inspiriert vom Videospiel „Das Schlumpfdorf“. „Das Beste, was man dort machen konnte, war Erdbeeren anzupflanzen. Wir fanden das süß und zugänglich. Außerdem gab es früher das witzige Phänomen, dass KI die Zahl der ‚R‘ in Strawberry nicht korrekt zählen konnte.“ Mit KI beschäftigt sich Maddock schon länger. „Ich habe meinen ersten KI-Agent mit 19 für meine Abschlussarbeit gebaut.“ Nach der Schule gründete Maddock mehrere Start-ups. Nun ist er 26. Das Durchschnittsalter des aktuell 12-köpfigen Teams ist 25 Jahre.

Mehr Unabhängigkeit von den USA angestrebt

Der jüngste Mitarbeiter im Stockholmer Büro ist der 19-jährige Laurits Wehding. Er hat sich nach dem Schulabschluss dafür entschieden, die Universität auszulassen. „Den größten Einfluss, den ein junger Mensch haben kann, ist, Unternehmer zu werden und die Welt mit etwas zu verändern, das du selber baust“, erklärt er seine Motivation. Mit 18 hat er bereits Webseiten für schwedische Unternehmen gebaut und im Verkauf für Technologieunternehmen gearbeitet. Zum Strawberry-Team kam er, weil ihn ein Companion als potenzielle Verstärkung identifiziert und vorgeschlagen hat. Das Browser-Projekt sieht er als europäisches Leuchtturmprojekt. „Es zeigt, was wir in Europa generell anstreben sollten: Weniger abhängig von amerikanischer Technologie zu sein.“

Versuche, Browser mit enger KI-Integration zu kreieren, gab es schon in der Vergangenheit. Die großen Player am Browser-Markt wie Google Chrome, Mozilla Firefox, Apple Safari oder Microsoft Edge haben ebenfalls KI-Assistenten eingeführt. KI-Programme wie ChatGPT oder Claude können das Internet genauso durchforsten. Strawberry sei im Gegensatz dazu aber intuitiver nutzbar, ist Maddock überzeugt. „Was wir gebaut …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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