SC Neusiedl bleibt in der Negativspirale gefangen

Sport

Von Fabio Tartarotti

Bahnt sich am Neusiedler See die nächste Krise an? Nach dem Absturz am Ende der letzten Saison und dem resultierenden Abstieg aus der Regionalliga Ost lief es für den NSC richtig gut. Sogar besser als erhofft. Mit der Umstellung der sportlichen Führung, des Trainerstabs und des Kaders wurde der langfristige und vor allem nachhaltige Wiederaufbau des Teams als prioritäres Ziel ausgegeben. Von einem überhasteten Wiederaufstieg wollte man nichts wissen, stattdessen sollte sich die stark verjüngte Mannschaft erst in der Burgenlandliga etablieren. Unverhofft legte man dort einen Traumstart in die Saison hin. 

Die Truppe von Neo-Coach Günther Wally, zum Großteil aus der letztjährigen Juniors-Mannschaft geformt, blieb acht Spiele lang ungeschlagen und stand Ende September auf dem zweiten Tabellenrang. Der NSC präsentierte sich wie ein ernstzunehmender Titelkandidat. Seitdem ging es steil bergab. 
Die bisherige Bilanz aus den Herbstmonaten ist ernüchternd: Vier Niederlagen und ein Remis in den letzten fünf Partien, ein verheerendes Torverhältnis von 5:18 und der Abfall auf den achten Rang der Tabelle. Zuletzt verlor man 1:4 gegen den SV Eberau. 

Aber vor allem gegen die aktuellen Top-3 der Liga – Klingenbach, Bad Sauerbrunn und Leithaprodersdorf – war man effektiv chancenlos. Die Frage drängt sich auf: Fehlt dem NSC die Qualität, um mit den Spitzenteams mitzuhalten? 
Für den sportlichen Leiter Gernot Tick sind es andere Gründe, die den jüngsten Negativlauf erklären: „Bisher haben wir nur in einem Spiel auf unsere Stamm-Innenverteidigung setzen können, sonst fehlte immer mindestens einer der Leistungsträger. Das ist Gift für unseren kleinen Kader.“ Eine legitime Erklärung für die löchrige Defensive der letzten Wochen. 

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Und die Torflaute? Tick scheut sich nicht, einen seiner Spieler zur Verantwortung zu ziehen: „Unser Stürmer Alex Damasdi traf bisher nur im ersten Saisonspiel.“ Der Veteran aus Ungarn war einer der wenigen Zugänge im Sommer. Mit seiner Erfahrung und Offensivqualität hätte er eine Führungsrolle für die jungen Neusiedler einnehmen sollen. Noch wartet man auf den gewünschten Effekt. 

Was die Seestädter jetzt am dringendsten brauchen, ist ein Sieg. In der vergangenen Saison hat man gesehen, wie schnell die Stimmung in Neusiedl kippen kann, wenn die sportlichen Ergebnisse nicht stimmen. Das oberste Ziel von Obmann Peter Eigl war es, nach der Umstrukturierung „endlich wieder Ruhe in den Verein zu bringen“. Das dürfte wohl aktuell die härteste Aufgabe für die Mannschaft sein, denn: „Auch die Verunsicherung wurde in den letzten Runden größer“, hält Gernot Tick fest. 

Die nächste Chance auf den Turnaround bekommt der NSC im See-Derby gegen den SC Rust. Das letzte Mal, dass die beiden Teams aufeinandertrafen liegt fast 60 Jahre zurück, als Neusiedl 1967 mit 6:0 gewann – ein gutes Omen?

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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