
Vereine kommen und gehen – wie der Fall von FC Mauerwerk zeigt. Einen Fußballverein zu betreiben, ist nicht leicht und oft auch ein undankbarer Job. Umso erstaunlicher ist es, dass trotzdem immer wieder neue Vereine entstehen. Letztes Jahr gingen die Gypsy Kings zum ersten Mal auf die Punktejagd – heuer ist es die erste Saison des SV Besa und des FC Mello Wien. Erstere zeigten schon eindrucksvoll, wie weit ein Verein es schaffen kann, wenn die Diaspora geschlossen hinter der Mannschaft steht. Der FC Mello Wien hat keine Community im Hintergrund, und dennoch hat der Gründer und Spielertrainer Daniel Rezai große Ambitionen. Im KURIER-Interview beantwortete Rezai fünf Fragen über …
… die Entstehung
„Ich habe immer Fußball gespielt, auch in meiner Kindheit schon, zuerst bei Red Bull Salzburg und dann bei Wals-Grünau in der Regionalliga West. Danach bin ich für mein Studium nach Wien gezogen. Ich habe die Möglichkeit bekommen, bei einem Wiener Verein als Jugendleiter zu arbeiten. Ich habe mir den Verein angeschaut und mir gedacht: “Was ist das für ein Müll? Das bekomme ich selber besser hin – und so ist der Verein entstanden.„
… Probleme in den Vereinen
„Die Wiener Vereine bestehen zum Großteil aus alten und weißen Männern, wenn ich das so direkt sagen darf. Wir wollen da ein bisschen mehr Kultur und Jugend in den Fußball bringen. Bei uns am Platz spielen Studenten, die auch weiterhin Fußball spielen wollen. Bei unserem Verein sind auch keine Mitgliedsbeiträge für die Saison festgelegt. Damit wollen wir Menschen zu uns holen, die sich für den Fußball begeistern. Einige Spieler können sich bei uns den normalen Mitgliedsbeitrag von 250 Euro im Jahr nicht leisten, wie es mittlerweile bei den anderen Vereinen schon üblich ist. Wir wollen einfach etwas Neues und Erfrischendes bringen, und dann schauen wir mal, wohin die Reise geht.“
… den Start in die Saison
„Es war natürlich nicht einfach, und die Ergebnisse sind nicht gut. Diese Saison ist auch wirklich schwierig, weil wir immer noch dabei sind, unseren Kader aufzubessern. Wir haben Leute dabei, die noch nie in ihrem Leben Fußball gespielt haben – und das in einem Zwölferkader. Ich sehe aber schon Fortschritte im Vergleich zu den ersten Spielen. Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir aufsteigen wollen. Diese Saison wird es nichts, aber nächste Saison wollen wir schon den nächsten Schritt gehen.“
… die Namensgebung
„Es ist tatsächlich eine witzige Geschichte: Ich habe im Salzburger Ort Wals gewohnt, und es ist ein sehr ‚weißes‘ Örtchen. Ich war der einzige mit einer anderen Hautfarbe, und dadurch habe ich den Spitznamen ‚Karamello‘ bekommen. Daraus wurde dann Mello Wien.“
… die nächsten Schritte
„Wir haben von Anfang an begonnen, unsere Spiele mithilfe von Videoanalysen zu verbessern. Die Kamera, die wir bei den Spielen positionieren, soll aber auch unsere Medienpräsenz stärken. Im Winter werden wir mit unseren Social-Media-Kanälen starten, und auch die Website wird ausgebaut. Es werden dann regelmäßig Fotos und Videos gepostet, und wir werden auch über Fan-TV schauen, dass wir uns positionieren – und natürlich wollen wir Spiele gewinnen.“
Source:: Kurier.at – Sport



