McDonald’s-Chefin: „Müssen schauen, dass wir erschwinglich bleiben“

Wirtschaft

Die Österreicher sparen – und das auch in der Gastronomie. Auch McDonald’s bekommt das zu spüren. „Die Ausgaben der Konsumenten gehen zurück“, sagt Ellen Staudenmayer, Chefin von McDonald’s Österreich, im Gespräch mit dem KURIER. Die Menschen würden sich derzeit genauer überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Gleichzeitig sind die Preise für die Produkte des Fastfood-Riesen in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Cheeseburger oder eine kleine Portion Pommes für einen Euro erhältlich waren. „Natürlich sind wir teurer geworden“, sagt Staudenmayer.

Hohe Energie- und Personalkosten als Herausforderung

Grund dafür seien unter anderem die stark gestiegenen Lebensmittelpreise. Auch Energie- und Personalkosten seien für McDonald’s eine große Herausforderung. Die Restaurants seien energieintensiv, zudem seien die Lohnkosten und Lohnnebenkosten hoch, erklärt Staudenmayer.

Für die Franchise-Nehmer sei es „kaum zu stemmen“, die gestiegenen Kosten vollständig abzufangen und gleichzeitig die Preise niedrig zu halten. Damit das gelinge, müsse McDonald’s „schlau wirtschaften“. Die Kette habe deshalb auch ihre Preisgestaltung angepasst: Bei einzelnen Produkten sei man in der Entwicklung zunächst vom gewünschten Preis ausgegangen und habe das Produkt darauf abgestimmt. „Wir haben gesagt: Das ist der Preis, den wir anbieten wollen. Und jetzt bauen wir das Produkt rundherum“, berichtet Staudenmayer.

McDonald’s setzt weiterhin auf Wachstum

Trotz der verhaltenen Konsumstimmung hält McDonald’s an seinem Wachstumskurs fest. In den vergangenen zwei Jahren wurden in Österreich 18 Restaurants eröffnet, acht weitere sind für heuer geplant. Dabei handelt es sich teilweise um neue Standorte, teilweise um Umbauten und Verlagerungen. In Brunn etwa wurde ein bestehendes Restaurant durch einen zweistöckigen Neubau mit deutlich mehr Kapazität ersetzt.

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Österreich zählt laut Staudenmayer zu den Märkten mit der höchsten McDonald’s-Dichte: Mit 2,3 Restaurants pro 100.000 Einwohner liege das Land europaweit an der Spitze.

Chicken und Veggie statt nur Cheeseburger

Auch beim Angebot reagiert McDonald’s auf veränderte Vorlieben. Der klassische Rindfleischburger bleibt das Rückgrat, der Cheeseburger ist weiterhin das meistverkaufte Produkt. Gleichzeitig wachse die Nachfrage nach Hühnerfleisch und proteinreichen Speisen. „Protein ist ein Riesentrend“, sagt Staudenmayer.

In den USA reagiert der Konzern ebenfalls auf veränderte Essgewohnheiten und das wachsende Gesundheitsbewusstsein. Im September kündigte McDonald’s an, künftig verstärkt auf kleinere, eiweißreichere Gerichte setzen zu wollen.

Auf dem heimischen Markt spielen auch vegetarische Produkte eine immer größere Rolle. Einen pflanzlichen Burger hatte McDonald’s vor einigen Jahren wegen geringer Nachfrage wieder aus dem Programm genommen. Daraufhin sah sich die Kette mit Beschwerden konfrontiert. „Wir haben die Plant-Based-Gäste damals ziemlich verärgert“, räumt Staudenmayer ein.

Viele hätten sich ein Produkt mit einer echten Gemüsekomponente gewünscht. Das neue fleischlose Patty komme nun gut an. Auch die Salatpalette wurde heuer überarbeitet. Zudem hat die Kette das McCafé-Sortiment kürzlich um neue Kaltgetränke erweitert und will damit mehr junge Kunden in die Filialen zu locken.

Beim Thema Verpackung wird es kompliziert

Eine Herausforderung bleibt das Thema Verpackung. Mehr als 90 Prozent der Verpackungen bestünden aus Papier oder Karton und seien recycelbar, sagt Staudenmayer. Gleichzeitig bereitet sich McDonald’s auf neue europäische Vorgaben für Verpackungsabfälle vor, die in den kommenden Jahren wirksam werden.

Dafür wird etwa auch die Verwendung von Mehrweg-Boxen und vom Kunden mitgebrachter Behälter geprüft. Einfach sei das allerdings nicht. „Wir können keine fremden Boxen …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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