Erleichterung an den Börsen über Sieg der Demokraten

Wirtschaft

Die internationalen Aktienmärkte haben überwiegend positiv auf den Ausgang der Midterms in den USA reagiert. In den wichtigsten asiatischn Märkten mit Ausnahme Japans gab es zu Tagesbeginn spürbare Zugewinne. Europa zog in Folge nach. Der Euro-Stoxx-50 gewann bis am Nachmittag 1,73 Prozent. In Frankfurt notierte der DAX um 1,52 Prozent fester. Außerhalb der Eurozone stieg der Londoner FTSE-100 um 1,57 Prozent.

Der ATX steigerte sich im Verlauf um deutliche 2,95 Prozent auf 6.584,56 Punkte. Nach oben gezogen wurde der heimische Leitindex vor allem von den deutlichen Zuwächsen der schwergewichteten Bankenwerte. Die Aktien von BAWAG, Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI) kletterten zwischen beachtlichen 4,1 und 6,1 Prozent hoch. Profitiert hat der Sektor auch von positiven Analystenmeinungen zu den Ergebnissen des dritten Quartals der RBI.

Europaweit standen die Bankenaktien in einer Branchenbetrachtung mit Abstand am weitesten in der Gewinnzone und gehörten zu den größten Profiteuren der US-Zwischenwahlen. Bankaktien profitieren laut Börsianern von Umschichtungen aus dem Tech-Bereich und den USA in europäische Substanzwerte. Zuzdem haben die Inflationsdaten für den Euroraum im Oktober nach Ansicht von Volkswirten die Aussichten auf eine Zinserhöhung im Dezember erhöht.

Die US-Börsen haben mit deutlichen Gewinnen auf den Ausgang der Kongresswahlen reagiert. Marktbeobachter sprachen von Erleichterung und einem sogenannten Clearing-Event – der klare Wahlsieg der Demokraten habe die Unsicherheit beseitigt, womit sich Anleger nun an den neuen politischen Rahmenbedingungen orientieren können.

Rund eine halbe Stunde nach Sitzungsbeginn notierte der US-Leitindex Dow Jones Industrial um 2,18 Prozent höher auf. Der marktbreite S&P-500 gewann 1,52 Prozent. Für den technologielastigen Nasdaq Composite ging es um 1,85 Prozent hinauf.

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Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der Dekabank, schrieb: „Die Machtverhältnisse verändern sich deutlich, jedoch geordnet.“ Einzelne Branchen – vor allem Künstliche Intelligenz, Energie und Finanzen – könnten neue Rahmenbedingungen bekommen. So gelten die Demokraten als aufgeschlossen gegenüber Alternativen Energien, während Trump die Anbieter fossiler Rohstoffe bevorzugt. Entsprechend zogen im frühen Handel Werte aus der Solarindustrie wie First Solar und Enphase Energy um bis zu 13 Prozent an.

Gefragt waren auch einige Aktien aus dem Gesundheitsbereich, da Anleger nun auf mehr staatliche Mittel für Krankenversicherungsprogramme hoffen. HCA Healthcare und Universal Health zogen um bis zu 7,5 Prozent an.

KI-Werte wie SpaceX unter Druck

Unter Druck kamen dagegen einige KI-Werte, da darauf spekuliert wird, dass nun mehr Hürden für den Bau von Rechenzentren geschaffen werden. Die Titel des Rechenzentrumbetreibers CoreWeave büßten fast sechs Prozent ein. Chipwerte wie Micron, Sandisk und Marvell verloren bis zu 5,5 Prozent. Eine Ausnahme bildeten die Titel von AMD, die nach guten Zahlen des Halbleiterherstellers 1,6 Prozent zulegten.

Dabei schauen die Anleger auch nach Texas, wo erstmals seit mehr als 30 Jahren die Demokraten die Gouverneurswahl gewonnen haben. Das birgt nun erhebliche Regulationsrisiken für das dortige Firmenimperium von Elon Musk. Dementsprechend büßten die Aktien des Elektroautobauers Tesla und des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX jeweils rund fünf Prozent ein.

Auch Rüstungswerte konnten sich angesichts der nun erwarteten Hürden im Budgetprozess der positiven Marktstimmung nicht anschließen. Lockheed Martin etwa verloren drei Prozent. Zu den Verlierern gehörten zudem Ölwerte. Chevron fielen um 2,8 Prozent. Aktien des „Truth Social“-Betreibers Trump Media rasselten …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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