Philippe Jordan: Bartók mit Feinsinn, Bruckner mit Transparenz

Kultur

Vor 40 Jahren gründete Claudia Abbado das Gustav Mahler Jugendorchester (GMJO), eine Kaderschmiede für Musiker bis 26 Jahre. Musiziert wird mit den namhaftesten Dirigenten. In diesem Sommer kehrte Philippe Jordan zurück. Er prägte das Wiener Musikleben als Chefdirigent der Wiener Symphoniker (2014 – 2020) und danach als Generalmusikdirektor der Staatsoper (bis 2025). 2027 übernimmt er das Orchestre National de France.

Mit Bela Bartóks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“ gab er den Auftakt mit dem GMJO in Salzburg. Bei diesem diffizilen Klanggewebe ist das Orchester geteilt, im Zentrum steht das Klavier. Bartók stellt die Ausführenden vor höchste Anforderungen. Technisch bewältigten die jungen Leute diese sehr gut. In manchen Passagen sollten die Pointen wie in einem Ping-Pong-Spiel hin- und herfliegen.

Man spürte Jordans Ringen um Spannung. Er setzte auf äußerste Sanftheit, führte mit Feinsinn und Präzision. Seine Rechnung ging im Finalsatz auf.

Bei Anton Bruckners „Vierter“ (hier in der dritten Fassung) verlegte er den Schwerpunkt auf deren Beinamen „die Romantische“. Er setzte auf Transparenz und die Technik der Musiker. Subtil nützte er die besondere Akustik der Felsenreitschule, etwa, wie er die Bläser-Passagen (besonders hervorzuheben das Solo-Horn) entfaltete, die in den Raum entschwebten. Das Publikum war begeistert.

KURIER-Wertung: 4 Sterne (von 5)

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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