Country-Legende Dolly Parton gestorben: Die Seelentrösterin Amerikas

Kultur

Ein Video auf dem offiziellen Instagram-Kanal verkündet den Tod von Country-Legende Dolly Parton. Auch People hat den Tod der Sängerin verkündet. Parton war eine Ikone und hatte in nur einer Nacht die beiden Überhits „Jolene“ oder „I will always love you“ geschrieben. Sie stand auch für ein Amerika, das sich nicht spalten ließ.

Ihr „Dollyversum“ war eine Welt der Hoffnung, Nostalgie und Sehnsucht, in der jede und jeder Platz hat. Parton war „jene einzigartige Figur in der amerikanischen Kultur, die wie niemand anderer sonst Gegensätze vereinen kann“, erklärt Nadine Hubbs, Genderforscherin aus Michigan, im äußerst hörenswerten Podcast „Dolly Parton’s America“, der Partons Strahlkraft auf den Grund geht.

Ihre Lebensgeschichte erzählte Parton schon früh als Inspirationlehrstück – etwa wenn sie ihren von der Mutter aus Stoffresten genähten „Coat of Many Colours“ mit dem Gewand Josefs aus der Bibel verglich.

Partons überkandideltes Auftreten – es wurzelt der Legende nach in der Begegnung mit einer Prostituierten, die das junge Mädchen aus dem Hinterland schwer beeindruckte – ist auch ein Statement: „Teil meiner Magie, wenn ich denn welche besitze, ist, dass ich total künstlich aussehe und total echt bin“, sagte sie selbst.

Die Gewissheit, dass alles Maskerade, die eigene Person formbar und dabei nicht weniger echt und wertvoll ist, machte Parton zur Leitfigur von Identitätssuchenden, nicht zuletzt auch in der Queer-Gemeinde. Die Botschaft der Inklusion durchzieht Partons Werk – von Videos mit einer Trisomie-21-Aktivistin bis zu Vorlesestunden für bildungsferne Kinder, einem von Partons vielen Charity-Projekten.

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Geboren wurde Dolly Rebecca Parton am 19. Jänner 1946 am Ufer des Little Pigeon River in Pittman Center im US-Bundesstaat Tennessee in einer kleinen Holzhütte. Die Eltern und ihre insgesamt zwölf Kinder lebten in Armut. In der Kirche und Zuhause wurde viel Musik gemacht und gesungen.

Dabei zeigte sich schnell das Talent von Parton. Schon mit zehn Jahren trat sie in örtlichen Fernseh- und Radioshows auf. Als Teenager Dolly sang sie in der berühmten „Grand Ole Opry“-Show in Nashville. Nach dem Schulabschluss 1964 zog Parton ganz nach Nashville und begann ein Leben als Songwriterin und Musikerin. Ihre erste Single schaffte es 1967 nur auf Platz 24 der Country-Charts. Doch der Titel sollte sie ein Leben lang verfolgen: „Dumb Blonde“ (Dumme Blondine). „Irgendwie fasst mich das zusammen, aber: nur weil ich blond bin, bin ich nicht jedermanns Dummchen, glaubt nur nicht, dass ich dumm bin“, sagte sie einmal rückblickend.

Es folgte das Album „Hello, I’m Dolly“ – und dann Album auf Album, Song auf Song, Hit auf Hit. Zu den größten gehörten unter anderem „I Will Always Love You“, das später auch Whitney Houston viel Erfolg einbrachte, sowie „Jolene“ und „9 to 5“. Zudem schreibt die vielfach ausgezeichnete Parton Bücher, arbeitet als Schauspielerin und engagiert sich sozial, vor allem in ihrer Heimatregion, wo auch ihr Vergnügungspark „Dollywood“ jährlich Millionen Besucher anzieht.

Das alles sei nur möglich, weil sie so hart arbeite, sagte Parton. „Ich will niemanden übertreffen außer mich selbst. Ich will so gut sein, wie ich kann und jeden Tag besser werden. Es ging nicht nur darum, reich zu werden, sondern auch erfolgreich in dem, …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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