
Die Dinge gehen ihren gewohnten Gang. Der Alltag läuft einfach weiter. Und doch ist alles in ein anderes Licht getaucht. Am Himmel gibt es einen neuen Stern, den Morgenstern. Karl Ove Knausgård erzählt in seinen drei Romanen „Der Morgenstern“, „Die Wölfe aus dem Wald der Ewigkeit“ und „Das dritte Königreich“ alles, was nur irgendwie erzählbar ist. Über den Alltag und die Probleme verschiedenster Leute.
Übliche Knausgård-Zutaten sind etwa: Es werden Kinder gefüttert, Küchen aufgeräumt, Zigaretten geraucht, Kaffee und viel Alkohol getrunken. Wer Knausgård kauft, will auch Knausgård lesen. Im erst vergangenes Jahr erschienenen vierten Roman der Reihe, „Die Schule der Nacht“, geht es um den jungen Norweger Kristian Hadeland, der in London Fotografie studiert.
Pakt mit dem Teufel
Am Ende hat er Erfolg. Narzisstisch und rücksichtslos wird er mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit zum international gefeierten Star, bis ihn seine Vergangenheit einholt und sein Leben in sich zusammenfällt. Sein Pakt mit dem Teufel – wie in Christopher Marlowes „Die tragische Historie vom Doktor Faustus“ – hat dazu geführt. Am Ende sitzt er auf einer kleinen norwegischen Insel und schreibt über sein Leben, bevor er es sich nimmt. Im neuesten Roman ist Syvert Loyning im Jahr 1976 nach einer Geschäftsreise auf dem Heimweg, als sein Auto vor „Arendal“, wie das Buch heißt, eine Panne hat und er die Nacht in der Stadt verbringen muss.
Anrufung Verstorbener
Es ist bitterkalter Winter, das Eis erstreckt sich bis aufs offene Meer, und Syvert fährt in der Nacht angetrunken mit dem geliehenen Auto hinaus, nimmt in einer Kirche an einer Anrufung Verstorbener teil. Es tut sich in dieser Stadt ein Spalt zwischen dem ihm Bekannten und Unbekannten auf, während er im Dunkeln durch die Straßen streift – auch in ihm selbst. Er hat mit der Russin Asja eine Liebesbeziehung, aber zu Hause warten Frau und zwei Kinder auf ihn. „Arendal“ ist ein Roman über unmögliche Liebe und ein unmögliches Leben. Über einen Mann, der versucht, im Leben Fuß zu fassen. Syvert muss eine Entscheidung treffen, und die Frage ist: Wird er sich für die Liebe entscheiden?
Source:: Kurier.at – Kultur



