
In den Rektoraten der drei staatlichen Kunstuniversitäten in Wien wird gegenwärtig ein Generationenwechsel vollzogen. Seit 1. November 2025 leitet die deutsche Architekturtheoretikerin Ulrike Kuch die Angewandte; heute, Dienstag, finden an der Akademie der bildenden Künste die Hearings für die Nachfolge von Johan Frederik Hartle statt. Dessen Vertrag endet nach acht Jahren am 30. September 2027.
Die Chancen von Hartle auf eine Verlängerung seien schlecht gewesen, er bewarb sich daher nicht für eine dritte Funktionsperiode. Gehört werden gerüchteweise sechs Bewerberinnen und Bewerber, darunter Vizerektorin Ingeborg Erhart, der Wiener Künstler Florian Pumhösl, Professor für Bildhauerei in München, New-Media-Professor Peter Purg und Ekaterina Degot, die scheidende Intendantin des Festivals Steirischer Herbst in Graz.
Mittlerweile entschieden ist, dass der Wiener Psychologe Oliver Vitouch am 1. Oktober 2027 auf Ulrike Sych, seit 2015 Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw), folgen wird. Der Unirat hatte den 55-Jährigen am Samstag einstimmig gewählt; auf dem Dreiervorschlag befanden sich angeblich auch eine Deutsche und ein Schweizer.
Sych hatte auf eine frühe Ausschreibung gedrängt, um eine gute Übergabe zu ermöglichen. Vitouch stimmte gleich einmal Beethovens Neunte (bzw. Schiller) an: „Freude, schöner Götterfunken!“ Denn: „Die mdw ist in all ihren Sparten eine Spitzenuniversität von Weltrang.“
Der Sohn der SPÖ-Politikerin Elisabeth Vitouch und des Medienpsychologen Peter Vitouch hatte neben Psychologie auch Klarinette und Klavier studiert. Er war von 2012 bis 2024 Rektor der Universität Klagenfurt und zeitweise Präsident der Universitätenkonferenz.
Source:: Kurier.at – Kultur



