
Aus irgendeinem Grund, sagt das Alien in der ersten Folge von „Lanterns“ nach einem folgenreichen Besuch im Stadion, bekommen sinnlose Wettspiele mit Bällen auf der Erde mehr Aufmerksamkeit als die Verschärfung des Klimas oder Hungersnöte. Unrecht hat der außerirdische Besucher damit nicht. Nur ist er natürlich nicht auf den blauen Planeten gekommen, um in Ruhe konstruktive Verbesserungsvorschläge zu diskutieren. Und so muss Hal Jordan (Kyle Chandler) rasch seinen grün funkelnden Ring aktivieren, um zu verhindern, dass der ungebetene Gast Schlimmeres anrichtet.
Die neue HBO-Max-Serie „Lanterns“ dreht sich um zwei ungleiche Space-Cops (Green Lanterns) aus dem Hause DC Comics. Hal Jordan ist ein arroganter, aber dennoch unglaublich beliebter Alien-Jäger. Eigentlich sollte er John Stewart (Aaron Pierre) anlernen, damit der ihn im Ernstfall vertreten und die Erde gegen extraterrestrische Eindringlinge verteidigen kann. Aber Hal hält nicht sonderlich viel von der Vorstellung eines Back-ups – und somit auch nicht von John, den er lieber vorführt, anstatt ihm vernünftig zu erklären, wie er den praktischen Ring richtig verwendet.
Eine Schießerei bei einem Football-Spiel bringt die beiden schließlich nach Nebraska, wo sie von schwer bewaffneten Cowboys begrüßt werden. Überzeugt, dass es sich bei einem der am Feld herumstehenden Fans nicht um einen Erdenbürger handelt, will Hal diesen einem Alien-Test unterziehen. MRT-Untersuchungen und Ultraschall sind chancenlos bei der Entlarvung gut getarnter Außerirdischer – doch eine knallharte Frage soll die Wahrheit ans Licht bringen: „Wo ist Harry Potter in die Schule gegangen?“ Das gehört schließlich nicht zum Allgemeinwissen im Weltall.
Superhelden-Western
„Lanterns“ hat seine unterhaltsamen Momente, ist aber keine locker-lustige Angelegenheit. Am Werk waren u. a. Damon Lindelof („Watchmen“) und Chris Mundy („True Detective“) – Letzterer hat die düstere Atmosphäre der gefeierten Thrillerserie mitgebracht. Hauptdarsteller Chandler dürfte Spaß an der Rolle des Grantlers Hal gehabt haben, beim Zuschauen ermüdet das auf Dauer aber ein wenig. Die Anspielungen auf Politik und Kolonialisierung (durch Menschen wie Aliens) könnten zudem subtiler sein. Wer schon immer einen rauen Superhelden-Western-Krimi sehen wollte, dürfte mit „Lanterns“ aber Freude haben.
Source:: Kurier.at – Kultur



