
Die Salzburger Festspiele enden am 30. August – mit einem „Allzeitrekord“, so Lukas Crepaz, der kaufmännische Direktor des Festivals: „Wir gehen in Richtung Vollauslastung. Es ist kein Wunder, dass die ,Carmen‘ mit Asmik Grigorian überbucht war, aber auch alle sechs Vorstellungen von ,Saint François d’Assise‘ sind ausverkauft! Die Programmierung von Markus Hinterhäuser ist ein durchschlagender Erfolg!“
Zeit zum Ausruhen wird Crepaz aber keine haben: Mitte September startet das Bau- und Sanierungsprojekt „Festspielbezirk 2030“ mit den letzten Vorbereitungen für den Kavernenbau. Dieser schafft die künftige unterirdische Verbindung zwischen den Festspielhäusern und beherbergt das neue „Haus im Berg“ mit Montagehalle, Probesälen, Einspielräumen und Haustechnik. Am Donnerstag informierte der smarte Manager bei einer Pressebegehung über die nächsten Schritte.
Der KURIER traf ihn zuvor zum Interview. Nicht nur, um über das Projekt zu sprechen. Denn die letzten Monate waren eine Herausforderung: Im März trennte sich das politisch besetzte Kuratorium von Hinterhäuser, der Intendant wurde beurlaubt, Ex-Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann übernahm in voller Fahrt interimistisch. Wenig später wurde die Intendanz ausgeschrieben – und auch das Präsidentenamt, da der Vertrag von Kristina Hammer Ende Dezember 2026 ausläuft.
KURIER: Egal ob die Vertragsauflösung mit Marina Davydova, „Jedermann“ Michael Maertens oder zuletzt Markus Hinterhäuser: All diese Ausgaben belasten das Budget der Salzburger Festspiele?
Lukas Crepaz: Selbstverständlich sind das Kosten, die innerhalb des Gesamtbudgets zu bedecken sind beziehungsweise bedeckt wurden.
Wie viel hat z. B. die Einigung mit Ex-Schauspielchefin Marina Davydova gekostet, die nach nur einem Jahr gefeuert werden sollte?
Hinterhäuser hat nach der Auflösung des Vertrags das Schauspielprogramm selbst konzipiert – ohne zusätzliche Bezahlung. Daher kann man sagen, dass es keinen negativen Effekt auf das Budget gab.
Gut. Und wie verhält es sich beim Fall Hinterhäuser?
Wir sind gerade dabei, die Kosten aufzustellen, um diese Frage zu gegebener Zeit beantworten zu können, wie das Landesverwaltungsgericht es in seinem nicht rechtskräftigen Urteil verlangt.
Als Finanzchef müssen Sie die Höhe der Ausgaben ja wissen.
Ich habe keine Kenntnis über die vertrauliche Vereinbarung zwischen dem Kuratorium und Hinterhäuser. Was klar ist: Aufgrund der Beurlaubung gibt es Gehaltszahlungen bis Ende September, also bis zum Ende des laufenden Vertrages. Ansonsten sind bisher keine weiteren Zahlungen an ihn geflossen.
Aber zumindest schlagen sich die Ausgaben für Interimsintendantin Karin Bergmann zu Buche.
Das schon. Doch das Informationsbegehren bezog sich auf die gesamthaften finanziellen Konsequenzen dieser Kuratoriumsentscheidung. Das schließt auch Aufwände ein, die erst in der Zukunft anfallen. Daher kann ich die Frage noch nicht beantworten.
Ihr persönliches Resümee über die letzten Monate?
Eine solche Situation ist eine Zerreißprobe für eine Organisation. Es war uns aber völlig klar, dass wir die Planungen von Markus Hinterhäuser gemeinsam zur Realisierung bringen werden. Karin Bergmann ist jetzt bald fünf Monate hier. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell wir zusammengefunden haben. Ich schätze ihre Expertise, ihre Herangehensweise sowie ihre Erfahrung. Es fühlt sich tatsächlich so an, als hätten wir schon jahrelang zusammengearbeitet.
Haben Sie überlegt, aus Solidarität mit Hinterhäuser den Job hinzuschmeißen?
Meine Aufgabe ist es, zum Wohle der Salzburger Festspiele zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass exzellente Arbeit geleistet werden kann. Im Sommer arbeiten bis zu 4.500 Menschen für das Festival – zum Teil unter …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



