
Der im niederösterreichischen Ternitz ansässige Hersteller von High-Tech-Komponenten SBO hat am Donnerstag ein eher schwaches Halbjahresergebnis präsentiert. Während der Umsatz um 19,3 Prozent auf 204,7 Mio. Euro schrumpfte und das Ergebnis nach Steuern von 18,5 Mio. Euro auf 0,2 Mio. Euro fast vollständig wegbrach, verzeichnete die Firma im ersten Halbjahr einen Anstieg des Auftragseingangs um 8,5 Prozent auf 235,3 Mio. Euro.
Als Hauptgründe für den Umsatzrückgang nannte das Unternehmen den Nachlaufeffekt nach dem niedrigen Auftragseingang des Jahres 2025 sowie operative Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Belastend wirkten auch Fremdwährungseffekte.
Lachendes Auge ist größer als das weinende
„Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge“, sagt CEO Klaus Mader im Gespräch mit dem KURIER. „Aber das lachende Auge ist größer.“ Der Rückgang des Geschäfts im ersten Halbjahr war aufgrund der Auftragslage im Vorjahr bereits erwartet worden. Der Konflikt im Nahen Osten dauere nun schon länger an, Aufträge seien deswegen aber nicht storniert worden. Seit Ende 2025 sehe man bereits eine klar steigende Nachfrage.
Die Ursache sei zyklischer Natur, meint Mader. Nach einer Phase mit geringeren Investitionen kaufen die SBO-Kunden aus der Öl- und Gasindustrie, aber auch anderen Industriebereichen, nun wieder stärker ein. Dass Staaten und Unternehmen weltweit ihre Energieversorgung krisensicherer machen und ihre Unabhängigkeit vom Nahen Osten stärken wollen, wirke sich momentan noch weniger auf die Auftragslage aus. „Das wird erst kommen.“
Gedruckte Bauteile sind gefragt
Besonders positiv sieht der SBO-Chef den Aufschwung im Bereich Präzisionstechnologie (die zweite große Geschäftsdivision neben „Energy Equipment“). Nach acht rückläufigen Quartalen gibt es dort nun wieder ein Plus. „Gerade im 3D-Metalldruck gibt es mehr und mehr Aufträge“, so Mader. In Raumfahrt, Luftfahrt, Verteidigung, Halbleiterindustrie und Energieindustrie steigt der Bedarf an gedruckten Bauteilen mit komplexen Geometrien. Mader nennt hier etwa die Raptor-Triebwerke von Raketenbauer SpaceX.
3D-Druck bieten auch andere Unternehmen an, „aber wenn ein Teil mal gedruckt ist, muss es nachbearbeitet werden. Genau dieses Nachbearbeiten hochpräziser Teile ist unsere Kernkompetenz“. Bei Präzisionstechnologien dauere es üblicherweise länger, bis Entwicklungsschritte vollzogen, Rohstoffe beschafft und Teile gefertigt werden. Umsätze aus diesem Bereich machen sich daher erst mit Verzögerung in der Bilanz bemerkbar.
Irankrieg bedeutet weiter Unsicherheit
Der Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr 2026 sei laut Mader schwierig. „Der Irankrieg ist der Elefant im Raum.“ Je schneller er beendet sei, desto besser. Unterdessen erwartet sich der SBO-Chef „von Quartal zu Quartal höhere Umsätze“. „Das dritte Quartal ist gut angelaufen, die Reise geht weiter.“ Die Talsohle sei jedenfalls durchschritten. Dieser Ansicht dürften auch Anleger sein. Der Aktienkurs stieg am Donnerstag um rund zwei Prozent.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



