
Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron ein Rücktrittsangebot von Innenminister Laurent Nunez zurückgewiesen.
Nunez solle im Amt bleiben, um die Befehlskette innerhalb der Polizei und der Sicherheitskräfte aufrechtzuerhalten, teilte das Präsidialamt in Paris am Montag mit.
Neue Konzepte
Macron habe den Minister zudem angewiesen, so schnell wie möglich neue Konzepte für den Umgang mit Plünderern auszuarbeiten. Frankreich hatte am Wochenende die schwersten politischen Unruhen seit Jahren erlebt. Bei landesweiten Protesten unter anderem gegen hohe Lebenshaltungskosten kam es zu Straßenschlachten mit der Polizei. Hunderte Geschäfte wurden geplündert.
Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Landesweit wurden mehr als 2000 Personen festgenommen, über 600 Beamte wurden nach Angaben des Innenministeriums verletzt.
Macron hatte Prüfungen angekündigt, ob es im Vorfeld der Proteste Versäumnisse bei den Geheimdiensten oder der Vorbereitung der Polizei gegeben habe. Die Proteste hatten im September wegen des Lehrermangels in Schulen an sozialen Brennpunkten begonnen. Inzwischen richten sie sich generell gegen soziale Ungleichheit, Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben und die Inflation. Die Unruhen setzen Macron vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zusätzlich unter Druck. Macron selbst darf bei der Wahl nicht mehr antreten. Umfragen deuten auf einen Wahlsieg der Rechtspopulistin Marine Le Pen hin.
Source:: Kurier.at – Politik



